Jugendkriminalität: CDU-Politiker Arslan lehnt Abschiebungen ab

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CDU-Politiker Bülent Arslan

BERLIN. Der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums in der CDU, Bülent Arslan, hat sich dagegen ausgesprochen, straffällig gewordene ausländische Jugendliche in ihre Heimatländer abzuschieben.

„Mit Ausweisung zu hantieren – ich weiß, daß das ganz gut ankommt, aber das ist überhaupt keine Lösung“, sagte er der Berliner Zeitung. „Mit derartigen Drohungen drängen wir auch völlig unproblematische Migrantengruppen weiter in die Isolation, und das vergrößert das Problem.“

Statt sich auf die Herkunft der Jugendlichen zu beziehen, müsse man sich das soziale Umfeld anschauen. „Die Tatsache, daß wir bei ausländischen Jugendlichen eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate haben, hat vor allem soziale Ursachen.“ Wenn man die entsprechende soziale Schicht unter Deutschstämmigen betrachte, könne man bei Kriminalität und Gewalt ähnliche Probleme beobachten.

Gegen eine Abschiebung krimineller ausländischer Jugendlicher, wie sie unter anderem von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gefordert wird, spricht nach Ansicht Arslans auch, daß viele der Betroffenen „mit ihren Herkunftsländern im Grunde genommen überhaupt nichts mehr zu tun haben“.

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