ISLAMABAD. Jerusalem hat Pakistans Rolle als angeblich neutraler Vermittler im Krieg zwischen den USA und dem Iran scharf kritisiert. Auslöser waren drastische Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif, der Israel auf X als „böse“ und als „Fluch für die Menschheit“ bezeichnete.
Kurz vor dem geplanten Beginn der Gespräche in Islamabad erklärte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der „Aufruf“ des pakistanischen Ministers gegen Israel sei empörend und mit der Rolle eines Friedensvermittlers unvereinbar. Auch Israels Außenminister Gideon Sa’ar griff Islamabad an und sprach von „unverhohlen antisemitischen Ritualmordlegenden“.
Asif hatte auf X geschrieben, Israel sei „böse und ein Fluch für die Menschheit“. Während in Islamabad Friedensgespräche stattfänden, begehe Israel im Libanon einen „Völkermord“. Weiter schrieb er, er hoffe, dass jene, die diesen „krebsartigen Staat“ geschaffen hätten, „in der Hölle schmoren“.
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Israel will Hisbollah weiter bekämpfen
Die israelischen Angriffe auf den Libanon gefährden unterdessen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Nach Angaben von Donald Trump will der jüdische Staat seine Angriffe im Libanon zurückfahren. Trump sagte in einem Telefoninterview, er habe mit Netanjahu gesprochen, der eine Reduzierung der Attacken zugesagt habe.
Zugleich nehmen diplomatische Bemühungen für ein Ende des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz Fahrt auf. Ein Beamter des US-Außenministeriums bestätigte, dass in der kommenden Woche in Washington Verhandlungen zwischen Jerusalem und dem Libanon über eine Waffenruhe stattfinden sollen. Details zu Termin und Teilnehmern blieben zunächst offen.
US-Medien und israelische Berichte zufolge haben Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff Druck auf Netanjahu ausgeübt, die Angriffe zu reduzieren. Der israelische Regierungschef bestätigte diese Darstellung jedoch nicht. Stattdessen erklärte er, Israel werde die Hisbollah weiter „mit Härte“ bekämpfen. „Es gibt keine Waffenruhe im Libanon.“
Nach Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fünf Wochen hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Am Mittwoch wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Angriffen mehr als 300 Menschen getötet. Auch am Donnerstag dauerten die gegenseitigen Angriffe an.
Am Abend kündigte Netanjahu an, Gespräche mit dem Libanon „so bald wie möglich“ beginnen zu wollen. Ziel sei ein „historisches, dauerhaftes Friedensabkommen“. Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es hingegen, Verhandlungen könnten nur unter der Voraussetzung einer Waffenruhe stattfinden. (rr)






