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Universität Wien: Plagiatsvorwürfe gegen Österreichs Justizministerin Zadic erhärten sich

Universität Wien: Plagiatsvorwürfe gegen Österreichs Justizministerin Zadic erhärten sich

Universität Wien: Plagiatsvorwürfe gegen Österreichs Justizministerin Zadic erhärten sich

Österreichs Justizministerin Alma Zadić (Grüne): Laut einem Gutachten soll sie bei ihrer 220 Seiten langen Dissertation an mindestens 73 Stellen fremdes geistiges Eigentum übernommen haben, ohne dies kenntlich zu machen Foto: picture alliance / Hans Punz / APA / picture alliance / HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Universität Wien
 

Plagiatsvorwürfe gegen Österreichs Justizministerin Zadic erhärten sich

WIEN. Eine vierköpfige Gruppe von Wissenschaftlern hat Österreichs Justizministerin Alma Zadić (Grüne) bescheinigt, große Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Dem Gutachten der Prüfer zufolge soll sie bei ihrer 220 Seiten langen Dissertation an mindestens 73 Stellen fremdes geistiges Eigentum übernommen haben, ohne dies kenntlich zu machen, wie die österreichische Zeitung Exxpress am Montag berichtete.

Im Januar hatte es einen ersten Anfangsverdacht gegeben, die Grünen-Politikerin könne Teile ihrer Doktorarbeit nicht korrekt verfaßt haben. Die Experten arbeiteten nun eine 44 Seiten lange Beurteilung aus, die der Zeitung vorliegt.

Übereinstimmungen laut Gutachten nicht zufällig

„Hätte die Verfasserin der Dissertation wirklich alle Stellen, an denen sie Gedanken in Form von Wortketten aus der Literatur bezogen hat, mit Quellen belegt, hätte fast jeder Satz der Arbeit eine Fußnote erhalten müssen“, monieren sie darin. In diesem Fall wäre ihrer Einschätzung nach aber das Kriterium der Selbstständigkeit der Dissertation nicht mehr gegeben gewesen.

Die Anforderung sei kaum zu erfüllen, wenn fast ausnahmslos oder sogar ausschließlich bereits publizierte Sätze umgeschrieben würden. Eine bloß zufällige Wortketten-Gleichheit könne überdies in allen 73 Fällen ausgeschlossen werden.

Zadic plagiierte wohl vorsätzlich

„Der Eindruck läßt sich nicht ganz von der Hand weisen, daß die Verfasserin bewußt vorgegangen ist, um überhaupt einen Eigentext-Anteil zu suggerieren“, heißt es in dem Gutachten weiter. Thema der Doktorarbeit von 2017 war der Einfluß des „Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien“ auf die Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit in Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Serbien.

Zusätzlich zu den vier Wissenschaftlern hat auch der deutsche Plagiatsgutachter Martin Heidingsfelder Zadićs Dissertation unter die Lupe genommen. Er kommt zum gleichen Schluß wie seine Kollegen. Wissenschaftlich dürfe die Arbeit seiner Ansicht nach keinen Bestand haben.

Plagiatsgutachter Heidingsfelder empfiehlt Zadic Rücktritt

„Wenn sie Charakter hat, dann tritt sie nach eigener Analyse ihrer Fehler zurück“, führte er aus. „Wenn sie in meiner Regierung wäre oder für mein Unternehmen im Management arbeiten würde, würde ich sie rausschmeißen.“

Heidingsfelder hatte 2011 auch an der Aufdeckung von Plagiatsstellen bei der Doktorarbeit des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mitgewirkt. Dieser hatte auf 475 Seiten 29 Stellen nicht korrekt gekennzeichnet. (zit)

Österreichs Justizministerin Alma Zadić (Grüne): Laut einem Gutachten soll sie bei ihrer 220 Seiten langen Dissertation an mindestens 73 Stellen fremdes geistiges Eigentum übernommen haben, ohne dies kenntlich zu machen Foto: picture alliance / Hans Punz / APA / picture alliance / HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
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