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Litauens Premierministerin Ingrida Šimonytė bittet die EU um Hilfe angesichts steigender Migrantenzahlen Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Lisa Leutner
Litauens Premierministerin Ingrida Šimonytė bittet die EU um Hilfe angesichts steigender Migrantenzahlen Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Lisa Leutner

Grenze zu Weißrußland
 

Litauen warnt EU vor neuer Migrationswelle

VILNIUS. Litauens Premierministerin Ingrida Šimonytė hat vor einer neuen Migrationswelle nach Europa gewarnt, da Weißrußland derzeit Asylbewerber durchwinke. „Die letzten Wochen sind ziemlich angespannt. Anfang Juli war die Zahl der illegalen Migranten, die zu uns nach Litauen kamen, bereits höher als im gesamten Juni. Und im Juni höher als im gesamten Zeitraum seit Januar. Wir sehen also in letzter Zeit ein rapides exponentielles Wachstum“, sagte sie der Bild-Zeitung.

Demnach setzen litauische Sicherheitskräfte derzeit täglich über 100 illegale Einwanderer fest. Die meisten kämen aus dem Irak und afrikanischen Ländern. Das sei das Ergebnis einer „Kampagne“ des weißrussischen Regimes, zeigte sich die Politikerin überzeugt. Laut Šimonytė helfen weißrussische Grenzbeamte den illegalen Einwandern dabei, ihre Spuren zu verwischen. Weißrußlands Machthaber Alexander Lukaschenko hatte der EU gedroht, wegen der Sanktionen gegen sein Land Migranten nach Westen ziehen zu lassen.

Das Ziel der illegalen Einwanderer sei jedoch nicht Litauen. Stattdessen wollten sie weiter nach Mitteleuropa. „Höchstwahrscheinlich beabsichtigen sie das, weil wir wissen, daß die Wege der illegalen Migration hier nicht enden. Die Leute haben keine Dokumente, das heißt, sie beabsichtigen nicht zu bleiben, aber die Dokumente werden an Zielorte geschickt, die sich nicht in unserem Land befinden.“ So habe Polen zuletzt bereits rund 70 Personen festgesetzt und nach Litauen abgeschoben.

„Ocean Viking“ bringt Migranten nach Sizilien

Šimonytė bat die EU um Hilfe. „Von den anderen Regierungen erwarte ich Verständnis dafür, daß dies kein Angriff auf Litauen allein ist, da dies eine EU-Grenze ist.“

Unterdessen erteilte Italien dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ die Erlaubnis, die 572 Migranten an Bord nach Sizilien zu bringen. Die Besatzung hatte die Menschen zuvor im Mittelmeer aufgesammelt und einen europäischen Hafen für sie gesucht. Die Flüchtlingshilfsorganisation SOS Méditerranée, die das Schiff gechartert hat, schrieb auf Twitter, es sei eine große Erleichterung zu wissen, daß die „Tortur auf See fast vorbei“ sei.

(ag)

Litauens Premierministerin Ingrida Šimonytė bittet die EU um Hilfe angesichts steigender Migrantenzahlen Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Lisa Leutner
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