Außenminister Heiko Maas (SPD): Kampf gegen die Erderwärmung zur „obersten Priorität“ erklären
Außenminister Heiko Maas (SPD): Kampf gegen die Erderwärmung zur „obersten Priorität“ erklären Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Yves Herman

Vereinte Nationen
 

Außenminister Maas warnt: Klimawandel größte Bedrohung für Frieden

NEW YORK CITY. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat vor den Folgen des Klimawandels für den Frieden in der Welt gewarnt. Er forderte die Vereinten Nationen (UN) auf, den Kampf gegen die Erderwärmung zur „obersten Priorität“ zu erklären, sagte Maas während einer digitalen Konferenz des UN-Sicherheitsrates mit Sitz in New York City laut mehreren Nachrichtenagenturen. Es handle sich um die größte Bedrohung für die Menschheit.

Der Klimawandel heize Konflikte an, womit der Frieden akut gefährdet sei. Zudem wirke sich die Erderwärmung „negativ auf die soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung“ aus. Maas sprach bei der Sitzung im Namen von 54 Mitgliedsstaaten der „Freundesgruppe Klima und Sicherheit“.

Geschädigte Ökosysteme und Artenverluste sorgten für Unsicherheit bei der Ernährung, wobei die Ärmsten und Schwächsten der Welt am meisten litten. „Doch wir können und müssen unsere Widerstandsfähigkeit erhöhen. Hierbei spielen die Vereinten Nationen eine zentrale Rolle.“

Deutschland ist eines der größten Geberländer

Auch der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative) nannte den Klimawandel eine „Bedrohung für unsere kollektive Sicherheit und die Sicherheit unserer Nationen“. Er betonte: „Ob Sie es mögen oder nicht: Es ist eine Frage der Zeit, wann Ihr Land und Ihre Bevölkerung sich mit den Sicherheitsfolgen des Klimawandels auseinandersetzen muß – nicht ob.“ Als Beispiel führte er Landwirte an, die mit klimabedingten Ernteausfällen zu kämpfen hätten und deshalb leichter zu radikalem Protest verleitet werden könnten.

Deutschland ist eines der größten Geberländer im Zusammenhang mit der sogenannten internationalen Klimafinanzierung. Ende Januar hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Entwicklungsländern weitere 220 Millionen Euro für den Kampf gegen den Klimawandel zugesagt. Allein 2019 seien vier Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden. (ls)

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