Trump-Anhänger in Martinsville, Indiana Foto: picture alliance/ZUMA Press
Gewalt in den USA

Trump-Anhänger in Denver erschossen

DENVER. Bei Protesten in der US-amerikanischen Stadt Denver im Bundesstaat Colorado ist ein Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump erschossen worden. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen, der als privater Sicherheitsmann arbeite, festgenommen. Der 30jährige wird nun wegen vorsätzlichen Mordes („first degree murder“) angeklagt.

Der lokale Fernsehsender KUSA-TV, auch bekannt als 9NEWS, teilte mit, der Festgenommene sei von dem Sender als Begleitschutz für ein Kamerateam angeheuert worden. Seit einigen Monaten sei es bei 9NEWS üblich, private Sicherheitsleute einzustellen, die das Personal bei Protesten begleiten. Die Polizei widersprach Gerüchten aus den sozialen Netzwerken, wonach der Angreifer ein Antifa-Anhänger gewesen sei.

Der Mann, der erschossen wurde, nahm zuvor an einer Pro-Polizei-Demonstration unter dem Namen „Patriot Rallye“ teil. Videoaufnahmen zeigen, wie es zu einer lautstarken Diskussion mit einem Gegendemonstranten kam. Augenzeugen berichten, das Opfer habe dem späteren Schützen am Rande dieser Diskussion eine Backpfeife gegeben. Daraufhin habe dieser zur Waffe gegriffen. Noch während der Trump-Anhänger mit Pfefferspray um sich sprühte, fiel dann der Schuß. „Es gab eine verbale Auseinandersetzung“, bestätigte Joe Montoya, Ermittlungsleiter der Polizei von Denver. Dann sei eine Schußwaffe abgefeuert worden. „Eine Person wurde erschossen und später für tot erklärt. Am Tatort wurden zwei Schußwaffen sichergestellt“, sagte Montoya.

Zustimmung zur Gewalt steigt auf beiden Seiten

Erst im August war ein Trump-Anhänger bei Demonstrationen in Portland erschossen worden. Der Täter, ein Antifa-Sympathisant, berief sich auf Notwehr. Bei den „Black-Lives-Matter“-Ausschreitungen in Kenosha hatte ein 17jähriger zwei linke Demonstranten erschossen, die ihn zuvor angegriffen hatten.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ist die Zustimmung für politische Gewalt auf beiden Seiten des politischen Spektrums in den letzten Monaten rasant gestiegen. Während 2017 noch jeweils acht Prozent beider Parteianhänger auf die Frage, ob Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele gerechtfertigt sei, mit „ein bißchen“, „in gemäßigter Form“ „viel“ oder „sehr viel“ antworteten, sind es mittlerweile 33 Prozent bei den Demokraten und 36 Prozent bei den Republikanern.

(ha)

Trump-Anhänger in Martinsville, Indiana Foto: picture alliance/ZUMA Press

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