Vereinte Nationen

Klimawandel: Thunberg legt Menschenrechtsbeschwerde ein

NEW YORK. Greta Thunberg hat bei den Vereinten Nationen eine Menschenrechtsbeschwerde eingereicht. Zusammen mit 15 weiteren Kindern und Jugendlichen aus zwölf verschiedenen Ländern wirft sie darin Deutschland, Argentinien, Brasilien, Frankreich und der Türkei Untätigkeit beim Kampf gegen den Klimawandel vor.

Die Länder wüßten seit Jahren von den Risiken, täten aber zu wenig dagegen, heißt es darin. Die genannten Länder haben laut den Beschwerdeführern eine besondere Verantwortung, weil sie Regionalmächte und Mitglieder der Gruppe der G20-Staaten seien.

Trump verspottet Thunberg

Die Beschwerde an den Ausschuß für die Rechte des Kindes macht zudem geltend, die Jugendlichen würden durch den Klimawandel Gesundheitsgefahren wie Dengue-Fieber, Malaria und Asthma ausgesetzt und wegen der Erderwärmung unter Depressionen und Ängsten leiden. Die internationale Anwaltskanzlei Hausfeld vertritt die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen acht und 17 Jahren.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump Greta Thunberg in einem Tweet verspottet. Trump kommentierte das Video der Thunberg-Rede bei den Vereinten Nationen mit den Worten: „Sie scheint ein glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut.“

Das Video zeigt Thunberg mit verbissenem Gesicht und gegen Tränen kämpfend während sie den versammelten Staats- und Regierungschefs mit Konsequenzen für deren angebliche Untätigkeit beim Klimaschutz droht. Unter anderem sagte sie: „Wenn Sie uns erneut im Stich lassen, werden wir Ihnen das nie verzeihen. Wir werden Sie damit nicht davonkommen lassen.“

 

Macron kritisiert Thunberg

Trump besuchte den Klimagipfel der Vereinten Nationen nur für wenige Minuten, bevor er zu der von ihm ausgerichteten Gegenveranstaltung zu „religiöser Verfolgung“ im selben Gebäude aufbrach. Thunberg würdigte er dabei keines Blickes.

Kritik an Thunbergs Auftritt kam vom französischen Präsidenten Emmamnuel Macron. Er sprach im Fernsehsender Europe 1 von „ziemlich radikalen Positionen“ die „dazu geeignet sind, unsere Gesellschaften gegeneinander aufzubringen“. Deutschland und Frankreich seien beim Klimaschutz gewiß keine Blockierer, verteidigte er sich.

Auch von deutschen Politikern waren nach Thunbergs Rede kritische Stimmen zu vernehmen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke sprach von „einsetzender Massenhysterie“. Ihr Fraktionskollege Roderich Kiesewetter (CDU) störte sich vor allem an Thunbergs Vorwurf, die Politiker, die beim Klimawandel untätig gewesen seien, hätten ihr die Kindheit gestohlen. „Wer da rational argumentieren will, ist von vornherein schon diskreditiert“, beklagte er und sprach von „mangelndem Willen zur Sachlichkeit“. (tb)

Greta Thunberg bei den Vereinten Nationen in New York Foto: picture alliance/TT NEWS AGENCY

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