AfD Alternative für Deutschland Wahlkampagne
Kim Jong-un
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un Foto: picture alliance / AP Photo

Nach Raketentest
 

Nordkorea erklärt sich zur Atommacht

PJÖNGJANG. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hat nach dem Test einer Langestreckenrakete am Dienstag sein Land zur Atommacht erklärt. „Wir haben endlich das große historische Anliegen realisiert, die staatliche Atommacht fertigzustellen“, gab die staatliche Nachrichtenagentur KCNA den Machthaber des neostalinistischen Landes wieder.

Nordkorea hatte eine Rakete des Typs Hwasong-15 getestet. Dabei handelte es sich nach übereinstimmenden Angaben Nordkoreas, Südkoreas und Japans um den bisher weitreichendsten Raketentest des Landes. Nordkorea behauptet, nun mit seinen Sprengköpfen das gesamte Territorium der Vereinigten Staaten erreichen zu können. Es war der erste Raketentest nach einer mehr als zweimonatigen Pause.

Südkorea reagiert mir Abschuß von Raketen

Das Geschoß war nach nordkoreanischen Angaben 53 Minuten in der Luft und flog bei einer maximalen Höhe von 4.475 Kilometer 950 Kilometer weit. Das wäre zehnmal so hoch wie die Umlaufbahn der internationalen Raumstation ISS. Bei einem weniger steilen Abschußwinkel hätte die Rakete bis zu 10.000 Kilometer weit fliegen können, erklärten Experten.

Japan dementierte nordkoreanische Erfolgsmeldungen. Die Rakete sei beim Fall in mehrere Teile zerbrochen, heißt es aus Tokio. Auch ist nicht klar, wie sich die Rakete bei der Bestückung mit Nuklearsprengköpfen verhalten würde und ob Nordkorea über die Technik zur Miniaturisierung eines Nuklearsprengkopfs sowie für einen stabilen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verfügt.

Südkorea reagierte unmittelbar nach dem Test mit dem Abschuß dreier Raketen zur Abschreckung. Japan, Südkorea und die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, der am Mittwochabend deutscher Zeit in New York zusammenkommen wird. China zeigte sich besorgt und rief die USA und Nordkorea zu Verhandlungen auf.

Graham: Steuern auf Krieg zu

US-Verteidigungsminister James Mattis sprach von einem „fortgesetzen Versuch, ein ballistisches Drohpotential aufzubauen, das den Weltfrieden, den regionalen Frieden und gewiß die Vereinigten Staaten bedroht“.

Noch weiter ging US-Senator Lindsey Graham. „wir steuern auf Krieg zu, wenn sich die Dinge nicht ändern“, sagte er CNN. Rußland sprach von einer Provokation und warf Nordkorea vor, damit die Spannungen in der Region verschärft zu haben. (tb)

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un Foto: picture alliance / AP Photo
Ahriman Verlag Der Kalte Krieg
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles