Kinderernährung
Kinderernährung: Beschäftigt das italienische Parlament Foto: picture alliance/Bildagentur-online
Gesetzesentwurf

Italien: Haft für vegane Kinderernährung gefordert

ROM. Die italienische Forza Italia hat Haft für Eltern gefordert, die ihre Kinder zu einer veganen Diät zwingen. Der Gesetzesentwurf, den die Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dem Parlament in Rom vorlegte, sieht für Eltern eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr vor, wenn sie ihre Kinder unter 16 Jahren zu einer veganen Ernährungsweise zwingen. Handelt es sich um Kinder unter drei Jahren, wächst die Strafe auf zwei Jahre, berichtete die Nachrichtenagentur APA.

„Erwachsene können sich natürlich für vegane Ernährung entscheiden. Das Problem ist, wenn diese Diät Kindern aufgezwungen wird“, sagte demnach die Parlamentsabgeordnete der Oppositionspartei Forza Italia, Elvira Savino. Zudem warnte sie vor „gefährlichen Ernährungsweisen“, die Eltern ihren Kindern aufdrängen.

Einjähriger wegen veganer Ernährung operiert

Zuletzt hatte in Italien ein Fall eines ein Jahre alten Kindes, das vegan ernährt worden war, für Empörung gesorgt. Der Junge war stark unterernährt und mußte wegen eines Herzdefekts operiert werden. Ein Richter entzog den Eltern des Kindes daraufhin das Sorgerecht. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Bergamo entschieden, die Mutter eines zwölf Jahre alten Sohnes muß ihm mindestens einmal pro Woche Fleisch zubereiten. Geklagt hatte der geschiedene Vater.

Veganer verzichten in ihrer Ernährung vollständig auf tierische Produkte. Neben Fleisch, Milch und Eiern ist das mitunter auch Honig. Einige Veganer achten auch bei ihrer Kleidung und anderen Alltagsgegenständen darauf, daß sie frei von Tierprodukten sind. (ls)

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