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Piktogramm für Männer- und Frauentoilette in Berlin Foto: picture alliance/ZB/dpa

„Toilettengesetz“
 

Deutsche Bank beklagt Gender-Diskriminierung in North Carolina

CARY/NORTH CAROLINA. Die Deutsche Bank hat den Stellenausbau in North Carolina gestoppt, da sie eine Diskriminierung von Transsexuellen befürchtet. In dem amerikanischen Bundesstaat sind Transsexuelle künftig per Gesetz verpflichtet, diejenigen öffentlichen Toiletten zu benutzen, die ihrem auf der Geburtsurkunde festgelegten Geschlecht entsprechen.

„Bestehende Schutzmaßnahmen zugunsten der Rechte homo-, bi- und transsexueller Personen“ würden durch das Gesetz außer Kraft gesetzt, teilte der Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan, am Dienstag mit. Das Geldinstitut fühle sich verpflichtet, für eine „tolerante und integrative Arbeitsumgebung“ zu sorgen und wolle daher in der Stadt Carry vorerst keine neuen Stellen mehr schaffen.

Auch der Zahlungsdienstleister PayPal verzichtete auf 400 geplante Stellen in North Carolina. Homosexuellen- und Transgender-Aktivisten aus der ganzen Welt laufen gegen das seit dem 23. März geltende „Toilettengesetz“ Sturm.

Bruce Springsteen und Bryan Adams sagen Konzerte ab

Mehrere Staaten in den Vereinigten Staaten diskutieren nach der Legalisierung der Homo-Ehe neue Religionsfreiheitsgesetze, die es beispielsweise Pfarrern ermöglichen, aufgrund ihres Glaubens die Trauung homosexueller Paare zu verweigern. Das sogenannte „Toilettengesetz“ ist in diesen von konservativen Christen angestrengten Gesetzgebungsprozeß einzuordnen.

Aus Protest gegen „Vorurteile und Intoleranz“ sagte Bruce Springsteen vergangenes Wochenende ein Konzert in North Carolina kurzfristig ab, berichtete die Nachrichtenagentur epd. Auch Rocksänger Bryan Adams soll in Biloxi in Mississippi einen Rückzieher gemacht haben. Er könne nicht guten Gewissens in einem Bundesstaat singen, der LGBT-Bürger diskriminiere, sagte Adams laut Entertainment Weekly.

Deutsche Bank sieht großartige Investitionsmöglichkeiten in Saudi-Arabien

Obwohl es zum Beispiel in Saudi-Arabien keine Gender-Toiletten gibt, möchte die Deutsche Bank dort weiter investieren. „Für die Deutsche Bank leistet das Geschäft in Saudi-Arabien einen der größten Beiträge in der Teilregion Naher Osten und Afrika, und das spiegelt sich wider in anhaltenden Investitionen und Engagement“, sagte der Chef von Deutsche Securities Saudi Arabia, Jamal Al Kishi, dem Handelsblatt. Die Gelegenheiten seien großartig und die internationalen Banken „kratzen wirklich erst an der Oberfläche“. (mv)

Piktogramm für Männer- und Frauentoilette in Berlin Foto: picture alliance/ZB/dpa
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