Schäuble (l) und Varoufakis
Schäuble (l) und Varoufakis: Gespräche gescheitert Foto: dpa

Schuldenkrise
 

Neue Finanzhilfen: Griechen lassen Gespräche platzen

BRÜSSEL. Die Verhandlungen über neue Finanzhilfen für Griechenland sind in der Nacht zum Donnerstag am Widerstand der Regierung in Athen gescheitert. Die Finanzminister der 18 Euro-Staaten gingen ohne Einigung auseinander. Der griechische Vertreter, Giannis Varoufakis, weigerte sich laut Medienberichten, schriftliche Vorschläge zur Beilegung des Streits vorzulegen.

Bis zum späten Abend sah es so aus, als ob Griechenland zusagen würde, seine finanziellen Versprechen und angekündigten Reformen umzusetzen. Nach der Abreise von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) widerrief Varoufakis jedoch seine Zustimmung.

Schäuble deutet Ende der Finanzhilfen an

„Die Fortschritte reichten nicht, um eine gemeinsame Schlußfolgerung zu verfassen“, sagte der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem. „Wir wissen nun alle besser, wo wir stehen, aber wir haben schlicht keine gemeinsame Erklärung.“ Bereits vor dem Treffen hatte Schäuble gesagt, es werde keine automatische Fortsetzung der Finanzhilfen geben. „Jedes Land ist völlig frei, zu tun, was es will. Aber wir haben dieses Programm, und dieses Programm wird entweder hoffentlich zu Ende gebracht, oder wir haben kein Programm“, betonte der CDU-Politiker. Am Montag sollen die Verhandlungen weitergehen.

Die neue Regierung aus Sozialisten und Rechtskonservativen in Athen drängt seit Tagen darauf, die Finanzhilfen neu zu ordnen. Während die Geldgeber von der EU-Kommission, dem Internationalem Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank fordern, Griechenland müsse seine Sparversprechen einhalten, will das hochverschuldete Land nun neue Beamte und Sozialpakete beschließen. Zudem fordert Griechenland elf Milliarden Euro von den deutschen Steuerzahlern für einen Zwangskredit an die Reichsbank während des Zweiten Weltkrieges. (ho)

Schäuble (l) und Varoufakis: Gespräche gescheitert Foto: dpa
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