Afrikaner sitzen vor der Grenze, die von französischen Gendarmen bewacht wird Foto: Lionel Cironneau/AP/Picture Alliance

Frankreich macht Grenzen dicht

MENTON. Frankreich hat das Schengenabkommen teilweise ausgesetzt und seine Grenze zu Italien vorübergehend geschlossen. Eine Gruppe illegaler afrikanischer Einwanderer reagierte am Sonnabend mit einem Sitzstreik.

Medienberichten zufolge beläuft sich die Zahl der Illegalen auf mehrere Dutzend Afrikaner, die von nur acht französischen Gendarmen in Schach gehalten werden. Die Polizisten haben am Sonnabend die Straße vor dem Grenzübergang Menton/Ventimiglia abgesperrt. Sie haben Anweisungen, die Afrikaner nicht über die Grenze zu lassen.

Eigentlich gilt innerhalb des Schengenraums Freizügigkeit. Grenzkontrollen können nur vorübergehend – wie im Falle des G7-Gipfels in Deutschland – eingeführt werden. Andererseits müssten die Italiener die Afrikaner aufnehmen. Dort wollen die Illegalen aber nicht bleiben. Laut ZDF wollen sie weiter nach Frankreich oder von dort aus weiter nach Deutschland, England oder in die Schweiz.

Einige von ihnen halten Pappschilder hoch, auf denen Forderungen zu lesen stehen wie: „Wir müssen weiterziehen“, „Wo ist die Freiheit in Frankreich?“ oder „Wir brauchen kein Essen“. Die Afrikaner werden vom Roten Kreuz versorgt. Einige sind in den Hungerstreik getreten. Ein französischer Regierungsvertreter gab an, daß in der vergangenen Woche 1.439 Einwanderer aufgehalten worden seien. Allerdings sind nicht alle Schlupflöcher zu, denn angeblich reisen weiterhin Afrikaner mit der Bahn nach Frankreich ein.

Verschiedene Staaten in der EU wie Deutschland, Italien und Frankreich leiden unter dem enormen Zuzug von Illegalen. Erst am Freitag hatte die österreichische Regierung bekanntgegeben, daß sie keine Asylverfahren mehr bearbeiten will, sondern nur noch Abschiebungen. (rg)

Afrikaner sitzen vor der Grenze, die von französischen Gendarmen bewacht wird Foto: Lionel Cironneau/AP/Picture Alliance

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