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Botschafter einbestellt
 

Frankreichs Regierung empört über NSA-Überwachung

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Hollande und Obama im Juni 2013: Die Stimmung ist gereizt Foto: picture alliance/dpa

PARIS. Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat die Abhöraktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA in seinem Land scharf kritisiert. Hollande habe gegenüber dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama seine „tiefe Mißbilligung“ zum Ausdruck gebracht. Die Überwachung sei „inakzeptabel unter Freunden und Alliierten, weil sie die Privatsphäre der französischen Bürger verletzen“.

Die französische Zeitung Le Monde hatte am Montag berichtet, die Vereinigten Staaten hätten zwischen Anfang Dezember 2012 und Anfang Januar 2013 mehr als 70 Millionen Telefonverbindungen in Frankreich gespeichert. Die Zeitung berief sich dabei auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

Obama wiegelt ab

Dabei sei es nicht nur um die Abwehr von Terroranschlägen gegangen. Auch Franzosen, die für wichtige Firmen und die Regierung arbeiten, seien gezielt abgehört worden. Zudem seien E-Mail-Konten ausgespäht worden, berichtet Le Monde weiter. Die französische Regierung reagierte empört auf die Enthüllungen und bestellte noch am Montag den amerikanischen Botschafter ein. Außenminister Laurent Fabius sagte: „Diese Praktiken, die das Privatleben verletzen, sind zwischen Partnern vollkommen inakzeptabel.“

Obama versicherte, die Presseberichte lieferten ein „verzerrtes Bild“. Dennoch gebe es „berechtigte“ Fragen zur Arbeit der Geheimdienste. Die Vereinigten Staaten stehen seit Monaten wegen der Methoden der NSA in der Kritik. Zuletzt war bekanntgeworden, daß diese mehr als 250 Millionen E-Mail-Adressen überwacht haben soll. Auch deutsche Internetnutzer wurden offenbar seit Jahren ausgespäht. (ho)

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