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Kampagne gegen illegale Einwanderer
 

Cameron setzt auf freiwillige Rückkehr

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Kampagnenfahrzeug: „Illegal im Vereinigten Königreich? Geh nach Hause oder sieh der Verhaftung entgegen“ Foto: picture alliance/ dpa

LONDON. Die britische Regierung hat eine Kampagne gegen illegale Einwanderer verteidigt. Dabei fahren seit vergangener Woche zwei Minilaster mit Reklametafeln durch London, auf denen Illegale aufgefordert werden sich freiwillig bei der Polizei zu melden. Statt einer Verhaftung könnten sie so von den Behörden Hilfe bei der Rückkehr in ihre Heimatländer erhalten. „Wir wissen, daß eine freiwillige Rückkehr der kostengünstigste Weg ist, illegale Einwanderer zurückzuführen“, sagte ein Sprecher von Premierminister David Cameron.

Beim Innenministerium seien schon zahlreiche Anfragen Rückkehrwilliger eingegangen. Handelsminister Vince Cable von den Liberal Democrats, dem Koalitionspartner von Camerons Konservativer Partei, nannte das nun auslaufende Pilotprojekt „dumm und abstoßend“. Auch die UK-Independent-Partei kritisierte die Kampagne, die von ethnischen Minderheiten als „Zeichen offener Kriegsführung“ wahrgenommen werde.

Farage nennt Kampagne „abscheulich“

„Das ganze riecht sehr nach Big Brother, ist sehr etatistisch und erinnert an Ostdeutschland der 80er Jahre“, sagte Parteichef Nigel Farage. „Es ist schlicht eine abscheuliche Art und Weise das ganze so zu machen.“ Laut Aussagen von Camerons Sprecher prüfe man derzeit, ob das Projekt verlängert werden und auch in anderen Städten Großbritanniens zum Einsatz kommen soll. (tb)

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