Linksextremismus

Deutsche Friedensgesellschaft verteidigt Brandanschlag auf Bundeswehr

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Monty Schädel hat Verständnis für den Anschlag auf die Bundeswehr Foto: Wikimedia/Helmut Seller mit CC-Lizenz http://bit.ly/7w8Qxp

BERLIN. Der Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG–VK), Monty Schädel, hat den Brandanschlag auf die Elb-Havelland-Kaserne in Sachsen-Anhalt verteidigt. Das Vorgehen sei zwar nicht seine Position, er habe aber „volles Verständnis für solche Aktionen“, sagte er dem MDR.

Die Bundeswehr sei weltweit im Kriegseinsatz und töte dabei Menschen. Er verstehe daher, wenn Menschen zu solchen Mitteln griffen und sagten, jedes Bundeswehr-Fahrzeug, das brenne, könne woanders keine Menschen mehr töten. „Ich habe Verständnis dafür, wenn Menschen zu solchen Mitteln greifen“, rechtfertigte Schädel den Brandanschlag. Daß Linksextremisten nun die Tat als Schritt zur Abrüstung guthießen, sei von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Scharfe Kritik von Deutscher Polizeigewerkschaft

Die Deutsche Polizeigewerkschaft verurteilte Schädels Äußerungen scharf: „Daran sieht man, daß die Organisation alles andere als friedlich ist. Auch wenn sie das Wort ‘Frieden’ im Namen führt“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Rainer Wendt, der JUNGEN FREIHEIT. „Mit solchen Äußerungen provoziert Herr Schädel künftige Brandstiftungen.“ Er hoffe daher, daß die Gruppierung keinen Cent an öffentlichen Fördergeldern bekomme.

Gleichzeitig zeigte sich Wendt zuversichtlich, daß die Justiz Schädels Aussage einer Prüfung unterziehen werde. „Die Staatsanwaltschaft untersucht den Brandanschlag derzeit. Ich bin mir sicher, daß auch die Äußerungen von Herrn Schädel in diese Prüfung miteinfließen werden. Immerhin ist das öffentliche Billigen von Straftaten strafbar.“

Erst im Februar hatte Monty zur Sabotage in deutschen Rüstungskonzernen aufgerufen. „Wer etwas gegen den Krieg machen will, muß natürlich auch gegen die Kriegsproduktion vorgehen“, sagte er damals der Jungen Welt.

Schaden liegt bei mindestens zehn Millionen Euro

Die DFG-VK war in der Vergangenheit mehrfach mit geschmacklosen Aktionen in die Schlagzeilen geraten. So forderte beispielsweise der Landesverband Berlin-Brandenburg unter dem Motto „Feste feiern wie SIE fallen“, den Tod deutscher Soldaten mit Champagner am Ehrenmal der Bundeswehr zu feiern.

Vor kurzem hatte die Organisation anläßlich des Gelöbnisses der Bundeswehr zum Jahrestag des Attentats auf Hitler vor der Neuen Wache in Berlin Unter den Linden ein künstliches Blutbad inszeniert. Dabei hatte sich unter anderem ein Mann in Bundeswehruniform und mit einer Schweinemaske auf dem Kopf in einem Planschbecken voll Kunstblut gewälzt. Dies sei die passendste Form, den jungen Rekruten ihre künftigen Aufgaben vor Augen zu halten, erläuterte die Gruppierung ihre Aktion.

Bei dem Brandanschlag waren in der Nacht zu Sonnabend in der Elb-Havelberg-Kaserne 16 Bundeswehrfahrzeuge zerstört beziehungsweise stark beschädig, darunter auch Lastwagen und gepanzerte Radfahrzeuge. Der verursachte Schaden soll bei mindestens zehn Millionen Euro liegen. Die Polizei vermutet linksextreme Bundeswehrgegner hinter der Tat. (krk)

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