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Nach Medienberichten
 

Angola dementiert Islamverbot

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Angolas Präsident Jose Eduardo dos Santos bei einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen Foto: picture alliance/dpa

BERLIN. Die angolanische Botschaft hat Berichte über ein angebliches Verbot des Islams in dem südostafrikanischen Land dementiert. Zuvor hatten zahlreiche Medien unter Berufung auf Regierungskreise und angolanische Zeitungen berichtet, das Land habe neben dem Islam auch weitere Religionsgemeinschaften verboten.

Unter anderem wurde der Präsident Jose Eduardo dos Santos mit den Worten zitiert: „Das ist das Ende des islamischen Einflusses auf unser Land.“  Die Botschaft sieht hierin ein Mißverständnis. „In Angola brauchen Kirchen und Moscheen eine Genehmigung durch die Regierung“, sagte ein Sprecher der angolanischen Botschaft in Berlin der JUNGEN FREIHEIT.

Auch christliche Kirchen warten auf Genehmigung

Eine Genehmigung zu bekommen sei aber nicht einfach. „Derzeit warten über 900 Kirchen auf die Legalisierung.“  Viele davon seien evangelikale Kirchen aus Lateinamerika, die nur das Interesse hätten, „den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen“. Hier müsse die Regierung einschreiten.

Muslime könnten in dem Land weiterhin frei ihrem Glauben nachgehen. Berichte über Übergriffe auf Moscheen seien falsch. Gleichzeitig verteidigte die Botschaft die Auflage, Gebetsstätten legalisieren zu lassen: „Muslime, die in Angola leben, sind immer Einwanderer. Das ist nicht unsere Kultur.“ In Angola gebe es derzeit einige Tausend Moslems. Wenn deren Zahl aber einmal die Marke von 100.000 erreiche, sei das „ein bißchen zu viel“.

Streit um saudische Investoren

Dennoch seien viele der ausländischen Moslems gut in die Gesellschaft integriert. Manche hätten sogar Angolaner geheiratet. Seit Jahren gibt es in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Streit um islamische Gebetsstätten, die von ausländischen Investoren, vornehmlich aus Saudi-Arabien, finanziert werden. (tb)

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