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Kosovo
 

Organhandel-Verdacht gegen UCK erhärtet

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UCK-Denkmal in Dakovica im Kosovo: Gefangene nach Albanien deportiert und ermordert? Foto: Wikimedia/A. Dombrowski

HAMBURG. Im Fall eines möglichen Handels mit Organen ermordeter Gefangener durch albanische UCK-Milizen sind neue Hinweise aufgetaucht. Laut Informationen des Norddeutschen Rundfunks wurden in den Jahren 1999 und 2000 zahlreiche Serben von der UCK aus dem Kosovo nach Albanien verschleppt und dort wahrscheinlich umgebracht.

Nach einem vertraulichen Bericht der Uno-Mission im Kosovo (Unmik) aus dem Jahr 2003 waren die Orte Prizren, Suva Reka und Orahovac Ausgangspunkte der Deportationen. Alle drei Orte standen damals unter der Beaufsichtigung des Bundeswehrkontingentes der Nato. Der Umnik-Bericht stützt sich unter anderem auf Zeugenaussagen ehemaliger UCK-Kämpfer.

Eintausend Menschen aus dem Kosovo verschwunden

Das Bundesverteidigungsministerium wollte Deportationen der UCK gegenüber NDR-Info nicht bestätigen. Ein namentlich nicht genannter Bundeswehr-Offizier bestätigte jedoch Hinweise, denen zufolge „entführte Albaner, Serben, Roma und Bosnier nach Albanien geschafft wurden, wo weitere Gefängnisse existieren sollten“.

Im Dezember 2010 hatte der Sonderermittler des Europarates, der Schweizer Dick Marty, einen Bericht veröffentlicht, der die UCK schwer belastete. Demnach seien in einer Klinik in der albanischen Hauptstadt Tirana, unweit des Flughafens, Gefangenen Organe entnommen worden. Schwere Vorwürfe wurden auch gegen den jetzigen Premierminister des Kosovo, Hacim Thaci, laut.

Nach Angaben von Unmik sind seit dem Krieg rund eintausend Serben, Zigeuner und angebliche Kollaborateure im Kosovo verschwunden. (FA) 

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