Kriminalität

Frankreich will 28.000 Zigeuner ausweisen

PARIS. Der französische Innenminister, Claude Gueant (UMP), hat am Sonntag angekündigt, in diesem Jahr weitere 28.000 Zigeuner aus Frankreich auszuweisen. In einem Interview mit dem Journal du Dimanche sagte er, diese seien für die französischen Behörden mittlerweile ein bedeutendes Problem.

So würden mittlerweile 80 Prozent der Straßendiebstähle in Paris von minderjährigen Zigeunern begangen, warnte Gueant. Der sozialistischen Vorgängerregierung warf er vor, jährlich 8.000 illegalen Einwanderern die Einreise ermöglicht zu haben.

Kampagne gegen „rumänische Kriminalität“

Der Innenminister kündigte zudem eine Kampagne gegen „rumänische Kriminalität“ in Frankreich an. Dazu wolle er auch mit den zuständigen rumänischen Behörden zusammenarbeiten. Der konservative Politiker erhofft sich dadurch „einen raschen Anstieg der jährlichen Ausweisungen“.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy (UMP) ein hartes Durchgreifen gegen illegal eingewanderte Zigeuner angeordnet. Sarkozy hatte ihnen Kinderhandel, Kinderarbeit und die Förderung der Prostitution vorgeworfen.

Die französische Opposition hatte der konservativen Regierung daraufhin vorgeworfen, „ethnisch begründete Kollektivstrafen“ einzuführen. Man bräuchte nur das Wort „Roma“ durch „Juden“ zu ersetzten, um zu wissen, was Sarkozy beabsichtigte, sagte der Vorsitzende der „Liga für Menschenrechte“, Jean-Pierre Dubois. Auch die Kommission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Rassismus hatte sich besorgt über die Anordnung gezeigt. (ho)

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