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Frankreich
 

Sarkozy gerät wegen Vorgehen gegen illegale Zigeuner in die Kritik

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Sarkozy auf einer Veranstaltung im Juni Foto: Wikipedia/Copyleft

PARIS. Nach der Räumung mehrerer illegaler Zigeunerlager in Frankreich wächst die Kritik an Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Nachdem die Kommission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Rassismus sich besorgt über Sarkozys Anordnung gezeigt hatte, warf ihm die französische Europaabgeordnete der Grünen, Eva Joly, „staatlichen Rassismus“ vor.

Auch aus der eigenen Partei erhielt Sarkozy Kritik: Der UMP-Abgeordnete Jean-Pierre Grand nannte die Räumung der Lager nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP schändlich. Sie erinnere ihn an das Vorgehen der deutschen Besatzungssoldaten während des Zweiten Weltkrieges. Die Behörden kämen „früh am Morgen, reißen Familien auseinander, schicken Männer auf die eine Seite und Frauen und Kinder auf die andere“, sagte Grand.

Bereits 40 Lager geräumt

Sarkozy hatte Ende Juli das Vorgehen gegen die illegalen Lager angeordnet, nachdem Zigeuner in Saint-Aignan ein Polizeirevier angegriffen und verwüstet hatten. Zudem hatten die Roma Autos angezündet und die Fensterscheiben von Geschäften eingeworfen. Zuvor hatte die Polizei einen jungen Zigeuner erschossen, als dieser auf der Flucht eine Verkehrskontrolle durchbrach.

In den vergangenen Wochen hatten die französischen Behörden bereits 40 Zigeunerlager räumen lassen. 700 Bewohner sollen demnächst abgeschoben werden. Insgesamt will Frankreich über die Hälfte der etwa 600 Lager auflösen und straffällige Zigeuner abschieben. (krk)

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