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Zweiter Weltkrieg
 

Britische Bombenflieger bekommen Denkmal

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Blick vom Rathausturm auf das zerstörte Dresden 1945: „Tribut an die Helden des Bomber Command“ Foto: Wikimedia/Dt.Fotothek/R.Peter

LONDON. Veteranen des britischen Bomber Command dürfen in der Hauptstadt des Königreiches ein Denkmal für ihre etwa 55.000 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Kameraden errichten.

Der Stadtrat des Bezirks Westminster hat in der vergangenen Woche Einwände gegen das Vorhaben zurückgewiesen und eine Baugenehmigung für die Gedenkstätte im Green Park in der Londoner Innenstadt erteilt. 

Der Präsident der Veteranenvereinigung des Bomber Command, Luftmarschall Sir Michael Beetham, äußerte sich gegenüber der Zeitung Daily Telegraph begeistert über diese Entscheidung: „Auf diese Nachricht haben wir so lange gewartet. Endlich werden wir in der Lage sein, an das Opfer so vieler Männer zu erinnern“.

Unterstützung von führenden Politikern

Beetham bedankte sich in diesem Zusammenhang auch für die 1,8 Millionen Pfund, die eine Spendenkampagne des Daily Telegraph für das insgesamt etwa 3,5 Millionen Pfund teure Denkmal einbrachte.

Wegen der in der britischen Öffentlichkeit nicht unumstrittenen Bombardierung von Wohngebieten deutscher Städte während des Zweiten Weltkriegs hatte es im Vorfeld Kritik und Widerstände gegen das Vorhaben gegeben.

Vor allem übten jedoch Umwelt- und Denkmalschützer Kritik an der konkreten Umsetzung: „Ironischerweise hat der Park die Schrecken des Krieges unversehrt überstanden; nur um jetzt verschandelt zu werden durch ein ‘Denkmal’ für ausgerechnet diejenigen, die ihr Leben verloren haben, um Englands Traditionen zu retten“, zitiert das Nachrichtenportal Westend Extra den Vorsitzenden einer Bürgerinitiative.

Zu den Unterstützern des Bomber-Denkmals gehören jedoch sowohl der ehemalige Premierminister Gordon Brown als auch sein jüngst gewählter Nachfolger in diesem Amt, der Konservative David Cameron sowie dessen Koalitionspartner, der Liberaldemokrat Nick Clegg.

Einweihung für 2011 geplant

Robin Gibb, Sänger der Popgruppe The Bee Gees und Präsident der Heritage Stiftung, die am Finanzfonds für die Gedenkstätte beteiligt ist, nannte die Genehmigung „fantastisch“. Der geplante Bau in Form eines klassizistischen Pavillons soll bereits im kommenden Jahr eingeweiht werden.

Mit Blick auf die britischen Bomberbesatzungen des Zweiten Weltkriegs meinte Gibb: „Diese Jungs sind Helden – sie haben die Welt gerettet und sie verdienen das Beste. Jeder, der dies in Abrede stellt, sollte sich gründlich schämen. Die ganze Welt, einschließlich Deutschlands, ist heute frei, weil sich die Soldaten des Bomber Command geopfert haben.“  

Der Vorsitzende des Denkmal-Planungsausschusses, Alastair Moss, nannte die Gedenkstätte „ein Zeichen der Dankbarkeit dieses Landes für außergewöhnliche Menschen, die mutig genug waren, um für uns zu kämpfen“. Sie werde viele kommende Generationen daran erinnern, „wie das Gute über das Böse gesiegt hat“, so Moss. (vo)

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