„Mit der Scharia käme ein Paradies des Friedens“

Entwickeln sich die islamischen Gemeinden in britischen Städten immer mehr zur no-go area für Autochthone? Der neueste Vorschlag – die Einführung der islamischen Scharia auf der Insel – ist so schon einschüchternd genug. Das Schlimmste daran ist aber der Mann, der ihn unterbreitet hat: Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury. Die Church Times hat über den Chef der anglikanischen Kirche einmal geschrieben, er vergesse immer, daß er der Erzbischof sei. Da scheint etwas dran zu sein. In der letzten Woche jedenfalls hielt er einen Vortrag über das Verhältnis zwischen religiösem und zivilem Recht. Schwere Kost, einige drohten einzunicken. Aber bei diesem Vorschlag horchten die 1.000 Zuhörer plötzlich auf: Die Einführung der Scharia in Großbritannien sei „unvermeidbar“, sei eine „konstruktive Anpassung“, weil sie ja sowieso schon in einigen Teilen Großbritanniens Anwendung finde. England müsse der Tatsache ins Gesicht sehen, daß ein Teil seiner Bürger keinen Bezug zum britischen Rechtssystem habe. Und das in einem Land, in dem Selbstmordattentate schon 52 Todesopfer gefordert haben! Vor wenigen Wochen erst lief im Fernsehen (Channel 4) eine Dokumentation, in der gezeigt wurde, wovon der Erzbischof träumt: die Scharia im Alltag britischer Multikulti-Städte. Im Londoner Stadtbezirk Leyton sprechen islamisch-bärtige Männer „Recht“ nach den Gesetzen des Korans. „Wenn nur eine Hand abgeschnitten ist, dann wird niemand mehr stehlen. Wenn nur ein einziger Ehebrecher gesteinigt ist, wird es dieses Verbrechen nicht mehr geben“, zitiert der Spiegel Scheich Suahib Hassan, den „obersten Richter“ dieser Altherrenrunde, der die britische Gesellschaft auffordert, ihr System zu akzeptieren, denn „mit der Scharia würde sich dieses Land in ein Paradies des Friedens verwandeln“. Diese extremen Formen des islamischen Rechts (Handabhacken etc.) wolle er nicht in Großbritannien einführen, milderte der Erzbischof seine Aussage ab. So schließt er Urteile aus, die keine Berufungsinstanz zulassen, und solche, die gegen die Grundrechte in Großbritannien verstoßen. In kulturellen oder familiären Angelegenheit aber seien Scharia-Richtersprüche eher angemessen. Williams will eine „Scharia light“. Nur so ließe sich der Gewissenskonflikt von Muslimen umgehen, die sich andernfalls künftig zwischen ihrer Loyalität gegenüber den Gesetzen ihrer Religion und denen ihres Staates zu entscheiden hätten. „Möge der Herrgott ihm verzeihen“ Eher zurückhaltende Kritik an der Haltung des christlichen Geistlichen kam von Labour-Premierminister Gordon Brown, der erklären ließ, britisches Recht orientiere sich an britischen Werten. Die Scharia dürfe weder als Rechtfertigung für Verstöße gegen britisches Recht gelten, noch dürften Scharia-Regeln „bei der Lösung von Zivilstreitigkeiten anerkannt werden“. Sehr viel deutlicher wurden dagegen die Boulevardpresse oder britische Leserbriefschreiber wie Douglas Bagnall aus Huddersfield, der auf www.dailymail.co.uk bat: „Möge der Herrgott ihm verzeihen.“ Stephen Green, Chef des britischen Ablegers der „Christian Voice“, empfahl im Daily Telegraph den Muslimen, die unter der Scharia leben wollten, dann „in Länder auszuwandern, in denen die Scharia angewandt wird“. Aber auch die politische Korrektheit kann in Großbritannien einen weiteren Sieg verbuchen: Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC nennt den Namen des Propheten Allah künftig nur noch mit dem Zusatz „Peace be upon him“ (Friede sei mit ihm). Dies geschehe im Sinne einer fairen und ausgewogenen Berichterstattung.

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