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Hilfe für Invaliden

Der Deutsche Bundeswehrverband hat in der vergangenen Woche in Berlin eine Stiftung vorgestellt, die Soldaten, Polizisten und zivilen Helfern, die bei Auslandseinsätzen schwer verwundet worden sind, finanziell unter die Arme greifen soll. Auslöser für die Gründung der Oberst-Schöttler-Versehrten-Stiftung war ein Anschlag in Afghanistan, bei dem der Stabsfeldwebel Stefan Deuschl im November 2005 beide Beine verlor. Ein Selbstmordattentäter hatte einen Verkehrsunfall provoziert. Als der Stabsfeldwebel und zwei weitere Kameraden aus ihrem Geländewagen ausstiegen, zündete der Attentäter eine zwölf Kilogramm schwere Sprengladung. Einer der drei war sofort tot, die anderen zwei schwer verletzt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland mußte auch Deuschl erfahren, daß die Hilfe, die der Staat seinen verwundeten Soldaten etwa mit dem „Einsatzweiterverwendungsgesetz“ bietet, nicht immer ausreicht. Auf die Verwundeten kommen häufig hohe finanzielle Belastungen zu, etwa durch den behindertengerechten Umbau der Wohnung oder die Umrüstung des Autos. Der Betroffene erhält dafür zwar Zahlungen vom Staat, aber nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der schnell überschritten wird. Hier soll künftig die Stiftung den Soldaten unter die Arme greifen. Bei allen Belastungen durch die schwere Verwundung kann Deuschl auch Positives berichten. So etwa den Beistand, den er von seiner Familie, seinen Freunden, seinen Kameraden und den Leuten seines Heimatortes erhalten habe. Größere Kameradschaft habe er in der Bundeswehr nie erfahren als in der ersten Zeit nach dem Anschlag, sagte er. Einer der Unterstützer aus dieser Zeit ist Oberst Horst Schöttler, der die Idee zur Stiftungsgründung hatte. Neben Zuwendungen für Prothesen, Rollstühle und andere medizinische Hilfen wird die Stiftung auch den Umbau von Wohnungen und Kraftfahrzeugen oder die Beschaffung von behindertengerechten Sportgeräten finanziell unterstützen. Selbst die Kosten für alternative Heilmethoden wie Hypnose- oder Akupunkturbehandlungen können finanziell übernommen werden. „Die Hilfe der Stiftung setzt da an, wo der Staat nicht mehr zahlt“, sagte der Oberst der Reserve, der auch dem Vorstand der Stiftung angehört. Kritik kam vom FDP-Bundestagsabgeordneten Florian Toncar. Es müsse die Frage gestellt werden, ob die Grenze, die der Staat für die Versorgung seiner Soldaten gesetzt hat, nicht zu kurz sei und ob die Aufgaben, die von der Stiftung wahrgenommen werden, nicht zum Teil Aufgaben des Dienstherrn seien, sagte der FDP-Abgeordnete.

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