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Der Protest formiert sich

Mit der Zahl und der Größe der Moscheebauten wächst auch der Protest der Anwohner. Prominentes Beispiel ist der Widerstand gegen den Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld, der 2002 mit einer Unterschriftensammlung des Vereins Pro Köln begann. Seitdem wird deutschlandesweit über den Moscheebau diskutiert. Pro Köln gelang im Jahre 2004 sogar der Einzug in das Kölner Stadtparlament. Doch Köln ist nicht die einzige Stadt, in der über den Bau einer Moschee diskutiert wird: Berlin-Pankow, Duisburg-Marxloh, München-Sendling und neuerdings Frankfurt am Main sind weitere prominente Beispiele. Der Bau repräsentativer Moscheen erlebt seit Anfang der neunziger Jahre einen Aufschwung sondergleichen. Allein die Ahmadiyya-Gemeinde verfolgt einen „100-Moscheen-Plan“ für Deutschland; bis zum Jahre 2010 soll Deutschland mit 100 Moscheen „verschönert“ werden, wie es in einem Prospekt heißt. Diese Bauvorhaben sorgen häufig für Widerspruch unter den Anwohnern. So auch in Berlin: Hier erfolgte Anfang des Jahres unter dem Protest von etwa einhundert Anwohnern die Grundsteinlegung für den Moscheebau der Ahmadiyya-Gemeinde im Stadtbezirk Pankow. Dennoch lassen sich die Gegner des Moscheebaus, die sich in der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger e.V. zusammengeschlossen haben, nicht entmutigen. Zahlreiche Demonstrationen, Lichterketten und das Verteilen von Flugblättern sind nur einige der Aktionen, die bisher von dieser Bürgerinitiative ausgingen. Weit fortgeschritten ist die Moschee in Duisburg-Marxloh, die 1.300 Muslimen Platz bieten soll. Wie in Köln ist auch hier die Türkisch-Islamische Union (Ditib) Bauherr des etwa 7,7 Millionen Euro teuren Projekts, das von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Vergangene Woche hatte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) den Rohbau besucht und „die hohe Akzeptanz der im Bau befindlichen Moschee“ gelobt. Den Grund dafür sehe er in der „Offenheit und Transparenz“, die die Moschee ausstrahle. Kritiker erklären sich den geringeren Protest damit, daß der Stadtteil Marxloh sowieso „in türkischer Hand“ sei und die Moschee an keiner repräsentativen Stelle gebaut werde – trotz der Minaretthöhe von 34 Metern. Bisher erfolgreich war der Protest in der Stadt Schlüchtern in Hessen. Nachdem 100 Bürger – an der Spitze der frühere Pfarrer und der frühere Bürgermeister – einen Aufruf „pro Schlüchtern – ohne Ahmadiyya-Moschee“ veröffentlicht hatten, schlossen sich über 2.500 Menschen dem Protest an. Unterstützung bekam die Bürgerinitiative in ihrem Kampf gegen eine Großmoschee orientalischen Stils dort durch den Großteil der örtlichen Kommunalpolitiker. Mittlerweise haben sich zahlreiche islamkritische Initiativen zum Bundesverband der Bürgerbewegungen (BDB) zusammengeschlossen und geben ihre Erfahrungen im Kampf gegen Moscheebauten weiter. Nach Ansicht des BDB sind drei Faktoren für einen erfolgversprechenden Protest ausschlaggebend: Zunächst sei in Kleinstädten die Formierung des Widerstandes leichter als in Großstädten, weil „hier die üblichen Helfer islamistischer Moscheebauer aus dem linksextremen und kirchlichen Milieu nicht so ungehindert agieren könnten wie im großstädtischen Umfeld“. Zweitens müsse der Widerstand „aus der ‚Mitte der Gesellschaft‘ mit starker Unterstützung der etablierten Honoratiorenschaft kommen, weil er sich dann nicht so ohne weiteres in die rechte Ecke stellen läßt“. Und drittens sei es ratsam, den Konflikt in den nächsten Wahlkampf zu verschleppen (unter anderem durch Bürgerbegehren oder Normenkontrollklagen), da die meist konfliktscheuen Politiker nur dann bereit seien, „sich den Bürgerwillen an die eigene Fahne zu heften“. Der Bundesverband der Bürgerbewegungen im Internet: www.buergerbewegungen.de

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