Vorbild 27. Januar

Zahlreiche Politiker, Wissenschaftler und Mitglieder von Verfolgtenorganisationen, unter ihnen die ehemalige Kommissarin der Europäischen Union und Außenministerin Lettlands, Sandra Kalniete, die Direktorin des Museums Haus des Terrors in Budapest, Maria Schmidt, sowie der Präsident des italienischen Senats, Marcello Pera, haben in der vergangenen Woche in Berlin dafür geworben, den 7. November als weltweiten Tag des Gedenkens an die Opfer der kommunistischen Regime zu etablieren. Vorbild hierfür ist der 27. Januar, der mittlerweile durch die Vereinten Nationen als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus anerkannt worden ist. Nach 2003 und 2004 wurde mit der Veranstaltung in der Berliner Konrad-Adenauer-Stiftung zum dritten Male für den Gedenktag geworben. Die Initiative für den Gedenktag war 2003 von der Generalversammlung des Comitatus pro Libertatibus ausgegangen, einem Bündnis von Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern, die sich gegen jede Form des Totalitarismus und für die politische Freiheit einsetzen. Ziel der Gedenktags-Initiative ist es, die Erinnerung an die kommunistischen Diktaturen wachzuhalten. Nach dem Ende der kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa vor mittlerweile gut 15 Jahren hatten viele Opfer zunächst die Hoffnung gehabt, daß die noch frischen Ereignisse eine Immunisierung gegenüber totalitären Versuchungen ermöglichen könnten. Doch bereits wenige Jahre später setzte eine Welle der allgemeinen Verklärung und Verharmlosung ein. Die einstigen Täter und die Nutznießer der Diktaturen wurden selten zur Rechenschaft gezogen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und das Bewußtsein für die vielen Millionen Opfer der kommunistischen Herrschaft zu erhöhen, wurde bewußt der 7. November als Gedenktag ausgewählt. Dieser Tag erinnere an den Anfang der russischen Revolution im Jahre 1917, „den tragischen Beginn einer Entwicklung, die in einen tödlichen Totalitarismus führte“. Im kommenden Jahr wird die zentrale Veranstaltung in Warschau stattfinden.

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