Herausforderung

Allzu viele Amtsinhaber sind es, die in den Amtskirchen den Missionsauftrag des Neuen Testamentes verleugnen. Aber Mission ist eine essentielle Notwendigkeit für jede Weltreligion (auch für jede säkularisierte bzw. säkularistische). Es gibt keinen Grund, warum das Christentum an irgendeinem Ort der Erde und gegenüber irgendwelchen Gruppen darauf verzichten sollte – wenn es sich nicht selbst aufgeben und den Missionsbefehl des Neuen Testamentes verleugnen will. Wenn der Islam in Europa einwandert und missioniert, dann sollte er bitteschön nicht erwarten, daß es keine Gegenbewegung gibt, die seine Anhänger hier und in den islamischen Ländern vor innere Entscheidungen stellt. Christen dürfen niemanden zwingen oder überreden, Christ zu werden. Erst recht dürfen wir niemanden drängen zum Missionieren in feindseliger Umgebung. Aber jene christlichen Missionare, die etwa in Saudi-Arabien ihr Leben riskieren, sollten alle Hochachtung und Hilfe erhalten – übrigens auch von der Seite derer, die sich als Nicht-Christen oder Anti-Christen sehen, aber sich einen Sinn für die großen alten Werte des Mutes und der Opferbereitschaft bewahrt haben. Christen, die die Muslime in Deutschland nicht willen- und widerstandslos auf ewig dem Islam überlassen, die sie bekannt machen mit der großen Alternative der göttlichen Gnade und der Erlösung durch Jesus Christus, kommen notwendig zu sich selbst, zu dem Kern ihres eigenen Glaubens. Wer mit seinen Gedanken und Gefühlen den Rauchvorhang, den unfrommen Schwindel der Gleichung „Allah = Gott“ und der angeblichen „Einheit der abrahamitischen Religionen“ oder der angeblichen „christlich-islamischen Ökumene“ durchdringt, der stößt auf die Freiheit des Christenmenschen in den beiden Reichen der Gesellschaft und des Glaubens, die fundamental anders ist als die gehorsamssüchtige Unterwerfung orthodoxer Muslime und vorreformatorischer Christen, als ihre heillose Vermischung von Staat und Religion, Macht und Geist. Von daher sollten wir Christen die Zuwanderung der Muslime und den Vormarsch des Islam als eine Herausforderung sehen, als eine Aufgabe, die uns das Leben und die Zeit stellen und gegenüber der wir uns vor Gott zu bewähren haben. Das „Verzage nicht“ des Kirchenlieds, das Lutherische „Und wenn die Welt voll Teufel wär'“ kann mehr sein als ein schöner Wandspruch – wenn es in unserem Handeln sichtbar wird, in unserem Kampf für die Menschen und für eine Sache, die größer ist, als die Menschen es sind. Rolf Stolz ist Mitbegründer der Grünen. Er lebt heute als Publizist in Köln.

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