„Haider hat sich in die Luft gesprengt“

Herr Sichrovsky, warum haben Sie am 14. Februar Ihren Austritt aus der FPÖ erklärt, was waren die Gründe? Sichrovsky: Meine Distanzierung von der Partei verlief in mehreren Phasen. Begonnen hat es mit meiner Kritik an der Reise von Jörg Haider in den Irak, doch entscheidend war meine Enttäuschung über die Zerstörung der Partei und vor allem auch der Möglichkeit, diese politische Bewegung in Österreich zu stabilisieren. Die Regierung Schüssel war in der Tat erfolgreich, hatte trotz unpopulärer Maßnahmen in Umfragen immer um die 50 Prozent erreicht und hätte es nach Meinung von Fachleuten bei der nächsten Wahl geschafft, wieder eine Koalition zu bilden. Die FPÖ erreichte bei der Wahl 1999 27 Prozent und wäre vielleicht etwas zurückgefallen, sie lag jedoch in fast allen Umfragen immer über 20 Prozent unter der Führung von Riess-Passer. Zusammenfassend könnte man sagen, daß es gelungen ist, die FPÖ aus der rechten Ecke der reinen Oppositionspartei zu holen, sie zu einer konservativ-liberalen Partei zu entwickeln und Wähler aus der Mitte für sich zu gewinnen. Das war ein sagenhafter Erfolg einer Partei, die Mitte der achtziger Jahre mit fünf Prozent begonnen hat und dann Ende der neunziger Jahre bei fast 30 Prozent lag. Waren diese Wahlerfolge nicht letztlich immer auf Jörg Haider zurückzuführen? Sichrovsky: Ja und nein. Es ist ja das Interessante, daß er von seiner Herkunft und seinem Potential her Mitte der 90iger Jahre das Maximum erreicht hatte. Erst die Öffnung zur Mitte hat der Partei mehr Stimmen gebracht. Das beweist auch der Zerfall der Partei nach dem Scheitern in der Regierung, denn er blieb ja in der Partei und sogar noch in einer gestärkten Position. Nach dem Rücktritt von Riess-Passer und anderen schlitterte die Partei unter seiner – wenn auch nicht formalen – Führung von einer Wahlkatastrophe zur nächsten. Jörg Haider, und das sollte jetzt jeder begriffen haben, bringt eben nur mehr zwischen fünf und zehn Prozent. Alles andere hat eben die Gruppe um Frau Riess-Passer und Grasser gebracht. Aber das sind Leute gewesen, die Jörg Haider selbst großgezogen hat. Er hat ja selber einen moderaten Anpassungskurs an die Mitte betrieben. Warum kam es dann zu diesem Bruch? Sichrovsky: Haider war natürlich der Motor, nur gelenkt haben später andere. Und das war einer der Fehler des liberalen Flügels, daß man ihn weiter als Motor verwenden, jedoch die Richtung selbst bestimmen wollte. Unter der Führung von Susanne Riess-Passer hat sich die Partei auch von ihrem inneren Spektrum her der Mitte gegenüber stabilisiert. Warum das jetzt zerstört wurde, ist eigentlich ein ganz anderes Problem. Die Partei hatte eine sehr gute Führungsspitze, eine ausgezeichnete Regierungsmannschaft, eine sich aufopfernde Basis, die sich bei jedem Wahlkampf phänomenal einsetzte. Die Partei hatte jedoch einen katastrophalen Mittelbau, eine zum Teil völlig unfähige Funktionärsschicht. Man hat es versäumt, über die letzten zehn Jahre eine funktionierende Struktur aufzubauen, die als Bindeglied zwischen Basis und Führung die notwendige Stabilität schafft. Die FPÖ ist nicht an Jörg Haider gescheitert – das wäre unfair, ihm das alleine vorzuwerfen. Die FPÖ ist letzten Endes an der Diktatur des Mittelmaßes ihrer Funktionäre gescheitert. Eine wirklich beschränkte Gruppierung, ein zum Teil – wenn wir höflich bleiben – untalentierter und unbeweglicher Mittelbau, der auch intellektuell nicht in der Lage war, diese Entwicklung der Partei zu verstehen und schon gar nicht mitzutragen, scheiterte an sich selbst und brachte die Partei zum Scheitern. Der Mittelbau verstand nicht, warum diese FPÖ plötzlich attraktiv für neue Wähler war, die früher nie auf die Idee gekommen wären, die FPÖ zu wählen. Diese Leute wollten es auch nicht verstehen. Zerfressen von Neid auf den Erfolg des Regierungsteams, beleidigt, weil man vielleicht selbst nicht zum Zuge gekommen sind, begann dieser Mittelbau der Partei, die sogenannten Funktionäre, mit einer wirklich oft beklemmenden Aggressivität und Niveaulosigkeit, sich gegen die eigene Führung zu organisieren. Sie begingen Verrat in dreifacher Hinsicht: Erstens wurde die demokratisch gewählte Führung verraten, zweitens die Basis und drittens die Wähler. Kam der Aufstieg der FPÖ einfach zu schnell? Sichrovsky: Politischer Erfolg kann nie zu schnell kommen, die Reaktion der Partei darauf kann nur zu langsam sein. Die notwendige Reorganisation der FPÖ als Reaktion auf ihren eigenen Erfolg blieb einfach aus. Die Führung unter Haider hat den Fehler begangen, alles an sich zu reißen, mit einer vollkommen monolithischen Entscheidungsstruktur. Gerade das hat dazu geführt, daß Vertreter des Mittelbaus niemand anderem vertrauten. Daraus entwickelte sich eine Abhängigkeit, die zu einer Katastrophe führen mußte. Wenn Herr Haider etwas sagte, dann hatte er – nach Meinung der Funktionäre – seine Gründe dafür, und alles würde schon gutgehen. Diese simple Mentalität des Mittelbaus wurde besonders vom rechten Flügel der Partei dazu benutzt, gegen die Liberalen Stimmung in der Partei zu machen. Es war wie beim Zauberlehrling – man mobilisierte die Kräfte und konnte sie nicht mehr steuern – und hat letzten Endes die Parteispitze und auch die Regierung zu Fall gebracht – unter der klammheimlichen Beobachtung von Haider, der es hätte stoppen können, aber offensichtlich nicht wollte. Das war nur ein Beispiel von vielen, daß er auch seinen politischen Instinkt verloren hatte. Er glaubte damals ernsthaft, daß er nur die liberalen Kräfte in der Parteispitze und der Regierungsmannschaft der FPÖ austauschen müsse, um dann selbst in die Regierung einzusteigen und die Partei wieder zu übernehmen. Da hat Bundeskanzler Schüssel einfach nein gesagt, die Regierung beendet, Neuwahlen ausgeschrieben und sich im November 2002 zwei Drittel der FPÖ-Wähler geholt. Welches Urteil fällen Sie jetzt rückblickend über Jörg Haider? Sichrovsky: Ein Mensch ist nie nur gut oder schlecht. Wir vereinigen alle diese zwei Ebenen in uns, und deshalb bleibe ich bei meiner Wertschätzung seiner Arbeit, die er geleistet hat, ein politisch verkrustetes System hier in Österreich zu verändern. Selbst angesichts des derzeitigen Scheiterns sehen Sie bleibende Verdienste Haiders? Sichrovsky: Unbedingt! Er war derjenige, der dieses System der großen Koalition, die, wie man in Wien sagt, „Packelei“ der beiden Großparteien SPÖ und ÖVP beendet hat. Das Prinzip der Aufteilung der Gesellschaft zwischen zwei politischen Vereinen, sowohl was die Positionen des öffentlichen Lebens betrifft, als auch das Ignorieren von Qualität und Ausbildung, solange nur das Parteibuch stimmt, diese ganze Machtstruktur hat er begonnen zu zerstören und dadurch wurde Österreich auch einen Schritt demokratisiert. Das mag vielleicht absurd klingen, jedoch war er einer der wichtigsten Faktoren für die Demokratisierung der österreichischen Gesellschaft. Das wird ihm nie jemand wegnehmen können. Dazu zählt auch die Neuorientierung und Modernisierung der Budgetpolitik, die Objektivierung von Postenbesetzungen und des ganzen öffentlichen Ausschreibungssystems. Er hat in den neunziger Jahren diesen Aufschwung, der Österreich an die Spitze der europäischen Demokratien gebracht hat, ausgelöst. Der Impuls ging sicher zum großen Teil von ihm aus. Aber wie so viele mächtige, erfolgreiche Persönlichkeiten, hat er diesen Erfolg psychisch nicht verkraftet und nicht den Zeitpunkt erkannt, an dem er sich hätte zurückziehen müssen. Was ihm fehlt, ist der Zweifel, die Distanz zu sich selbst, die Fähigkeit, sich selbst in Frage zu stellen und der Mut, im entscheidenden Augenblick – im Dienste der höheren Lösung – sich selbst zurückzunehmen. Was sollte er jetzt tun? Sichrovsky: Jetzt ist alles zu spät. Es ist letztendlich egal, was er jetzt tut. Die Partei ist kaputt, die Wähler sind in Scharen davongelaufen. Niemand traut ihm und den verbleibenden Funktionären mehr. Das haben wir jetzt in Niederösterreich erlebt. Dort ist die Partei von 16 Prozent auf vier abgestürzt. In den letzten Wochen versuchte er es wieder mit oppositionellen Aktionen, die sich kurioserweise gegen die Regierung richten, in der seine Partei wieder Partner ist. Alles wirkt nur mehr peinlich. Er gibt sich als Porsche-fahrender Vertreter des „Kleinen Mannes“, hat ein Spesenbudget der Partei von 30.000 Euro pro Monat und verliert immer mehr seine Glaubwürdigkeit. Es ist eigentlich ziemlich gleichgültig, was jetzt versucht wird. So ist die FPÖ nicht mehr zu retten. Und das nicht nur wegen Haiders innenpolitischen Fehlern, sondern auch wegen der außenpolitischen. Nämlich? Sichrovsky: Seine Eskapaden in Richtung Irak waren eine Katastrophe für das Image von Österreich. Seine verzweifelten Versuche, in die Medien zu kommen, wenn es sein muß, auch mit einem Foto, auf dem er Saddam die Hand schüttelt, hat den Rest des positiven Images verstört. Sein Schicksal wird dem von Jean-Marie Le Pen immer ähnlicher. Le Pen hat in Frankreich zweifellos am Anfang einiges erreicht, aber auch er hat den Zeitpunkt nicht erkannt, wann es notwendig gewesen wäre, sich zurückzuziehen. Er hat sich selbst demontiert, zum Beispiel durch ein Gerichtsverfahren wegen Beleidigung der Holocaust-Opfer, und wird heute nicht mehr ernst genommen. Man kann zu dem gewaltsamen Eingriff im Irak stehen, wie man will, da gibt es berechtigte unterschiedliche Meinungen, aber niemand, nicht einmal die schärfsten Kritiker des Einschreitens der USA und Großbritanniens hatten irgendein Verständnis oder Symphatie für dieses Regime im Irak. Haider ging mit seiner Aussage über seine Freundschaft zum irakischen Außenminister und seinem Handschlag mit Saddam durch die Weltpresse, und das wird er nicht mehr los. Er begreift nicht, daß es seit dem Ende des Nationalsozialismus kaum ein Regime gab, das einen derartigen Judenhaß gepredigt hat, wie die Gruppe um Saddam. Er benimmt sich wie die Attentäter der Selbstmordkommandos, für die er immer wieder Verständnis aufbrachte: Er sprengt die Partei in die Luft und sich selbst! Er wird sich international noch mehr isolieren und blamiert auch Kärnten damit, wo er schließlich bei den Wahlen im nächsten Jahr noch einmal Landeshauptmann werden möchte. Haider hat Ihrer Meinung nach den Bezug zur Realität insgesamt verloren? Sichrovsky: Völlig. Er versteht leider nichts von Außenpolitik und kapiert nicht, daß internationale Konflikte nicht nach der Logik eines Kärntner Stammtisches innenpolitisch benutzbar sind. Er hat auch der österreichischen Industrie schwer geschadet bei der Verteilung der möglichen Projekte beim Aufbau des Landes. Was hat Sie eigentlich 1998 bei Ihrem Eintritt in die FPÖ angezogen, was Sie jetzt als nicht mehr vorhanden sehen? Sichrovsky: Ich stehe dazu, damals vor allem den Mut von Haider und der Gruppe um ihn herum bewundert zu haben, den Mut, das korrupte politische System in Österreich grundlegend zu erneuern. Ich arbeitete von Beginn an mit der späteren FPÖ-Chefin Frau Riess-Passer und traute ihr auch zu, die Partei politisch zu stabilisieren. Es war ja nicht nur die Bereitschaft da, sich gegenüber der politischen Mitte zu öffnen, man wollte auch mit den rechtsextremen Belastungen der Partei völlig Schluß machen. Haider war damals bereit, diese Entwicklung mitzutragen. Er hat sich für viele seiner umstrittenen Aussagen entschuldigt. Das war damals auch seine Phase der unglaublichen Bewunderung für die USA. Später drehte er sich um 180 Grad. Er ist doch in den Jahren 1997 bis 1999 nach Harward als Student gefahren und nahm in New York am Marathon teil. Er gab sich als ein Bewunderer der amerikanischen politischen Struktur und hat sich mit allen Kräften und allen Beziehungen bemüht, konservative Politiker in den USA zu kontaktieren. Vor allem, was ja heute besonders absurd wirkt, faszinierte ihn die Gruppe bei den Republikanern, die jetzt die wichtigsten Berater von US-Präsident George W. Bush sind … … die sogenannten Neokonservativen? Sichrovsky: Natürlich! Der ganzen Gruppe der modernen Konservativen, die ja damals in Opposition zu den Demokraten war, galt seine uneingeschränkte Bewunderung. Das waren seine absoluten Vorbilder und Stars. Ist ihm die Kontaktaufnahme zu den „Neokonservativen“ gelungen? Sichrovsky: Ja, wir hatten etliche Treffen in New York, Washington, Chicago, Atlanta und in anderen amerikanischen Städten. Für diese Kontakte wurden eigene Lobbyisten engagiert. Übrigens, einer der wichtigsten Lobbyisten war damals ein israelischer Kaufmann, Avi Gasit, der sehr viele Termine mit Republikanern organisieren konnte, die heute zum Teil die ideologische Stütze der Bush-Administration ausmachen. Diese Neoconservatives waren seine Vorbilder. Er hat sie bewundert wie Filmstars. Ich werde nie vergessen, wie Haider damals von Amerika sprach: „Wenn ich in den USA aussteige aus dem Flugzeug, fühle ich mich frei, hier ist das Land der persönlichen Freiheit und hier würde ich gerne mal leben.“ Und wie kam es dann zum Schwenk bei Haider – wieder weg von den USA? Sichrovsky: Der Schwenk war interessanterweise eine Folge seiner Enttäuschung, daß diese Phase der Akzeptanz nach seinen Entschuldigungen für frühere verbale Entgleisungen nicht so schnell gegangen ist, wie er geglaubt hatte. Doch das lag alleine an ihm. Der heutige italienische Vizepremier Gianfranco Fini hat es geschickter gemacht, sich aus der Faschismus-Ecke, aus der er kam, gesellschaftlich zu stabilisieren, indem er nach Auschwitz gefahren ist, sich offiziell entschuldigt hat für die Verbrechen an den Juden und ganz bewußt Kontakt vor allem zu jüdischen Organisationen suchte. Haider wollte dies nicht, oder er konnte es nicht. Er sagte damals, er ist nicht einer der vielen, der vor den Juden auf die Knie fällt. Er hat in seinem Fall erwartet, mit einer Entschuldigung sei seine Vergangenheit weggewischt. Das ging leider nicht so schnell. Er hat das Ausmaß der Verletzungen der Betroffenen durch seine Sprüche nie verstanden. Auf die Verweigerung der Normalisierung reagierte er mit Enttäuschung und Wut. Einen Wechsel zwischen hemmungsloser Begeisterung und totaler Enttäuschung haben Sie öfter bei Haider beobachtet? Sichrovsky: Er ist mit der persönlichen Ausgrenzung nicht mehr fertig geworden. Vor allem mußte er miterleben, wie die FPÖ-Regierungsmitglieder, vor allem Riess-Passer und Grasser, international mehr und mehr akzeptiert wurden. Sie haben in Amerika Vertreter auf Ministerebene getroffen, Grasser ist zum Beispiel auch sofort vom Bürgermeister von New York empfangen worden. Haider bekam nicht nur keine Einladungen, er konnte in Europa nicht einmal mehr in einem Gasthaus einen Vortrag halten. Das war sicherlich frustrierend für ihn. Die Normalisierung jener in der Partei mitzuerleben, die durch ihn Karriere machten, und er bleibt der angepatzte Rechtsextreme und kommt aus diesem Eck nicht heraus – das war vielleicht zu viel für ihn. Haben die scharfen Kritiker der FPÖ, die auch Sie bei Ihrem Eintritt angegriffen haben, also recht behalten? Bereuen Sie es, sich dort engagiert zu haben? Sichrovsky: Diese Phase der Öffnung und der Veränderung war nicht sinnlos, sondern erfolgreich und auch spannend. Ich bereue es nicht, da mitgearbeitet zu haben. Die FPÖ hat mehrere Jahre lang einen wertvollen Beitrag für die Modernisierung Österreichs geleistet, und es war für mich auch eine interessante Aufgabe, da mitzuwirken. Vor allem die Arbeit im Europäischen Parlament war faszinierend. Es war aber für mich genauso wichtig, zu einem Zeitpunkt, wo sich die Partei zu ihren unsäglichen Ursprüngen zurückentwickelte, wieder zu gehen. Ich möchte andere beurteilen lassen, ob es insgesamt ein Fehler war. Ich war vielleicht etwas naiv zu glauben, daß ein Jörg Haider sich ändern könnte. Österreich hat auch andere Tradition als Italien. Ich dachte immer, es wäre möglich, ähnlich wie bei anderen rechten Parteien, etwa der italienischen Alleanza Nazionale, die heute im Europaparlament völlig akzeptiert und auch Mitglied einer Fraktion ist, was der FPÖ immer noch nicht gelungen ist, die Partei in Richtung politische Mitte zu verändern. Was ich auch unterschätzt habe war, daß viele Verhaltensweisen eine aufgesetzte Show waren, um sich gegenüber gewissen Wählern zu öffnen. Dieser plötzliche Schwenk Jörg Haiders und vieler seiner Mitstreiter zurück ins rechte Eck und diese aggressive Haltung gegenüber Israel und den USA, hat mich ziemlich geschockt. Da muß ich mir schon den Vorwurf gefallen lassen, in der Vergangenheit zum Teil mit geschlossenen Augen agiert zu haben. Wollen Sie selbst Ihre politische Karriere fortsetzen? Sichrovsky: Nein, meine politische Karriere ist beendet. Peter Sichrovsky , 1947 in Wien geboren, studierte Pharmazie und Chemie. Nach einer kurzen Tätigkeit als Mittelschullehrer gelangte er 1976 in Management-Positionen der Pharmaindustrie. Danach wechselte er zur schreibenden Zunft, war von 1980 bis 1984 unter anderem für den Spiegel tätig, von 1984 bis 1986 als Korrespondent in New York, 1987 Chefredakteur der Männer Vogue, 1988 an der Gründung der Wiener Tageszeitung Der Standard beteiligt und bis 1991 Mitglied der Chefredaktion. Danach arbeitete er als Korrespondent für verschiedene Tageszeitungen in Fernost. Aufsehen erregte 1996 Sichrovskys Spitzenkandidatur für Jörg Haiders FPÖ, für die er ins Europaparlament einzog und deren Generalsekretär mit Zuständigkeit für die Außenpolitik er von 2000 bis 2002 war. 1998 unternahm er den Versuch der Gründung eines orthodoxen „Bundes Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland“. Sichrovsky ist Autor zahlreicher Bücher und Theaterstücke, darunter „Schuldig geboren“ (1987), „Unheilbar deutsch“ (1993), „Damit bin ich noch lange nicht fertig – Die offizielle Biographie Ignatz Bubis“ (1996), „Der Antifa-Komplex“ (1998). Nach seinem Austritt aus der FPÖ strebt er nun eine Tätigkeit in der Industrie an und will wieder als Schriftsteller in Erscheinung treten. weitere Interview-Partner der JF

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