Die Goldgräber

Da schmort er nun vor sich hin, gebunden an die Bank der Königlichen von Real Madrid. Vorbei ist der Glanz, vorbei der Zauber. Der kleine Engel brilliert nicht mehr. Noch vor einem Jahr wurde er gefeiert. Beim HSV war er ein Star, ein Idol. Seine Ballbehandlung war ein Augenschmaus, seine Kunstschüsse legendär. Rafael van der Vaart stand in Hamburg im Mittelpunkt des Interesses, seine Frau Silvie beherrschte die Boulevard-Gazetten. Allein ihr Glanz ist es, der nicht verblaßte. Bei vielen Fußballstars hingegen verging der Ruhm, als das Geld der großen Clubs lockte. Ex-HSV-Kollege Daniel van Buyten wärmt heute bei den Bayern die Auswechselbank. Auch Lukas Podolski – einst der Geißbock-Held von Köln – dribbelte sich bei den Münchnern ins Abseits, zieht nun frustriert die Lederhosen aus, um wieder in den Schoß seiner heimeligen Domstadt zurückzukehren. Auch Jan Schlaudraff, früher  Alemannia-Ausnahmetalent, blieb nach Bayern-Frustjahr der Abstieg vom Aachener Fußball-Kaiser zum glücklosen Welfen-Ritter von Hannover 96 nicht erspart. HSV-Renner Olic wird bald dazugehören. Hätten sie doch nur ihrem Goldgräber-Trieb wirdestanden, sie hätten Fußballgötter werden können. 

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