Strip-Poker

Der Musiksender Viva wird in seiner jetzigen Form nicht weiterbetrieben werden, wird also quasi dichtgemacht. Nun ist „das deutsche MTV“ nichts für uns, beim Zappen haben wir immer umgeschaltet, bevor Moderator Mola auch nur seinen Nachnamen sagen konnte. Der Mann war eine Zumutung. Auch sonst ließe sich viel über den Verblödungsfaktor von Musikfernsehen sagen. Die „Generation Pisa“ bezieht ihre Informationen überwiegend aus dem Sender – nämlich keine. Beziehungsweise so wichtige Meldungen wie die, daß auf Teenie-Partys jetzt neben Flaschendrehen auch wieder verstärkt Strip-Poker gespielt wird. Oder solche Weisheiten, mit denen Viva-Moderatorin Nela uns zu füttern versucht: „Machen wir uns nichts vor, der Plattenindustrie geht’s schlecht. Deswegen wirbt sie jetzt bei Kundengruppen, die sie vorher mit dem Arsch nicht angeguckt hat …“ Das Ergebnis ist bekannt: Unsere Kinder sprechen immer mehr Denglisch und werden immer dümmer. Viacom hat Viva für 309 Millionen Euro übernommen. Die neuen Bosse aus Amerika werden vermutlich den größten Teil der Belegschaft entlassen und nur noch Billig-Produktionen senden. „Big Brother“-Wiederholungen, Klingelton-Werbung und so weiter. Das Erstaunliche ist, daß so etwas sogar noch gute Quoten bringt. Der Verblödungs-Trend der Jugend wird dadurch nicht gestoppt. Aber wenigstens bleiben der TV-Nation in Zukunft peinliche Typen wie Stefan Raab erspart. Oder Oliver Pocher. Der kann ja Kühlschränke in Media-Märkten verkaufen.

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