„Hausmeister Krause“

Was waren das noch für Zeiten? Als der Beruf des Hausmeisters noch eine Berufung war und jede Hauspartei sich auf die Beobachtungsgabe, den Ordnungssinn und die Zuverlässigkeit der Guten Seele des Treppenhauses verlassen konnte. Doch deren Tage sind längst gezählt. Verdrängt durch die Moderne und ersetzt durch eher muffelige Job-Hausmeister – auch schon mal Facility Manager genannt – fristen sie ihr Dasein nun eher auf der Mattscheibe. Und das mit besonderem Erfolg. Wie aus dem Lehrbuch entsprungen „Hausmeister Krause – Ordnung muß sein“ heißt die Sendung, die seit Jahren gute Quoten für SAT 1 einfährt und Dieter Krause – alias Tom Gerhardt – zum bekanntesten und beliebtesten urdeutschen Hausmeister machte. Mit Cordhut, grauem Kittel und einer großen Portion unbändiger Hingabe sorgt Krause für Ordnung. Und läßt sich dabei selbst durch seine etwas gestörten Kinder Carmen und Tommy nicht von seiner Berufung abbringen. Denn er hat die treusorgende (Haus-) Frau Lisbeth, seinen geliebten Dackel Bodo und den geschätzten, streng und traditionell geführten „Dackelklub 1861“ an seiner Seite, um den Fährnissen des Alltags zu begegnen. Alles schön und gut – und etwas überzeichnet. Nur schade, daß der hehre Krause selbst von SAT1 als borniert, dumpf und schrullig gepriesen wird. Der Sender scheint das Erfolgsgeheimnis und Sehnen der verlassenen Hausbewohner noch nicht erkannt zu haben. Doch der Erfolg gibt dem „Hausmeister“ recht, und nun folgen auf die bislang ausgestrahlten 19 Sendungen weitere acht neue.

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