Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Glücksgefühle

Der Deutschland-Besuch des US-Präsidenten war mal wieder ein Höhepunkt des deutschen Journalismus. Im ARD-Morgenmagazin versicherte der Moderator seinem Interviewgast, einem langhaarigen Attac-Vertreter, daß er bei seiner Anti-Bush-Demo die Mehrheit der Deutschen hinter sich habe. Dann berichteten ARD und ZDF mit zwei separaten Live-Sendungen über das Ereignis. Am schönsten war die Landung von „Dabbeljus“ Air Force One. Die hehre ZDF-Reporterin mußte die Minuten zwischen dem Ausrollen der Maschine und dem Erscheinen Bushs überbrücken. Dann gingen die Botschafter die Treppe hoch zum „Absprache-Talk“ und hielten im Anschluß daran ihren „Small-Talk, wie man das so nennt“. Wahre Glücksgefühle stiegen in der Reporterin auf, als sie feststellte: „Jetzt winkt er uns ein bißchen zu.“ George W. Bush hat natürlich nicht der ZDF-Reporterin und ihren Zusehern zugewinkt, sondern – wie immer – wahllos in alle möglichen Richtungen geschaut und dabei die Hand in die Luft gehalten. Das ist sein Job. Das macht „Dabbelju“ schließlich den ganzen Tag.

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