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Die US-Schauspielerin Gina Carano bei der "Mandalorian"-Premiere in Los Angeles (Archivbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Image Press Agency
Die US-Schauspielerin Gina Carano bei der „Mandalorian“-Premiere in Los Angeles (Archivbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Image Press Agency

Politische Korrektheit
 

Die dunkle Seite von Disney

Der US-Unterhaltungskonzern Disney versteht beim Thema Politik keinen Spaß. Deshalb hat er die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Gina Carano nun beendet. Diese wird nicht mehr als Rebellin Cara Dune in der Serie „The Mandalorian“ mitspielen, die im Star-Wars-Franchise angesiedelt ist.

Hintergrund waren Äußerungen Caranos in den sozialen Medien. Im vergangenen Jahr kritisierte sie die anti-weißen Rassisten der „Black Lives Matter“-Bewegung, zuletzt äußerte sie Unverständnis über die Corona-Maßnahmen und warf US-Präsident Joe Biden Wahlbetrug vor.

Den Ausschlag gaben jedoch angeblich antisemitische und transphobe Aussagen. Zum einen hatte sie die Ausgrenzung konservativer Schauspieler in Hollywood mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglichen. Diese Analogie ist natürlich historisch falsch, jedoch nicht gegen Juden gerichtet. Hauptdarsteller Pedro Pascal hatte hingegen in der Vergangenheit Fotos jüdischer Kinder im KZ geteilt, um die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung zu kritisieren, ohne daß er negative Konsequenzen zu fürchten hatte.

Medien zeigen Verständnis für Disneys Maßnahme

Zum anderen hatte Carano vorgeschlagen, als Pronomen die Piep-Geräusche ihres Roboterkollegen R2-D2 zu verwenden. Doch dieser Scherz richtet sich nicht gegen Transsexuelle als solche, sondern an gewöhnliche Bürger, die in den sozialen Medien ihre gewöhnlichen Pronomen posten, um durch diese Solidaritätsadresse an sexuelle Minderheiten als besonders tugendhaft zu gelten. Gratismut eben. Nach der Genderideologie ist an ihrem Vorschlag allerdings nichts auszusetzen. Jedes Fantasiewort wird dort als Pronomen akzeptiert – wenn es nur nicht vom politischen Gegner stammt.

Daß in den großen Medien Verständnis für Disneys Eingriff in die Meinungsfreiheit zu finden war, kann heute niemanden mehr überraschen. Aber auch in den Spartenmagazinen, die eigentlich keine politische Berichterstattung pflegen, wurde „Haltung“ bewiesen.

Das Online-Portal filmfutter.com schrieb, daß Carano „sich einen Gefallen damit getan hätte, ihre Meinung für sich zu behalten und nicht über soziale Medien zu verbreiten“. Moviepilot.de kommentierte die Entlassung hämisch mit „das sollte niemanden überraschen“.

So ein Verständnis von Meinungsfreiheit erinnert an Diktaturen

Kino.de war sich seiner Sache sehr sicher:„Ansonsten wird in solchen Kontroversen gerne Meinungsfreiheit schützend als Argument angebracht. Meinungsfreiheit schützt aber eben vor Konsequenzen nicht, zumal bei solch zweifelhaften Äußerungen. Gina Carano ist es natürlich gestattet, ihre private Meinung zu äußern, was sie über Twitter ja auch gerne tut. Fans dürfen ihrerseits über Twitter die Meinung vertreten, sie nicht mehr in einer ansonsten geschätzten Serie sehen zu müssen. Und nicht zuletzt steht es Disney frei, sich auszusuchen, mit welchen Personen es bei seinen Projekten zusammenarbeiten will.“

Nach einem solchen Verständnis herrschte allerdings auch in Diktaturen Meinungsfreiheit – man war dort nur eben nicht vor Konsequenzen geschützt.

Filmstarts.de schrieb, daß Star-Wars-Fans schon seit langem Disney dazu aufgefordert hätten, Carano zu entlassen. Das stimmt natürlich, aber genauso gibt es Fans, denen die Rolle der Cara Dune ans Herz gewachsen ist und sie gern auf neuen Abenteuern begleiten wollen. Aber deren Meinung gilt in heutigen Zeiten nichts mehr.

Hollywood pflegt seine Doppelmoral

Der milliardenschwere Medienkonzern offenbart zudem eine heuchlerische Doppelmoral. Jüngst wurde der Zeichentrickfilm „Mulan“ aus den 90er Jahren mit realen Schauspielern neu verfilmt. Die Regisseurin sprach von einer „Liebeserklärung an China“. Hauptdarstellerin Li Yifei hatte den Sicherheitsbehörden für die Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hong Kong gedankt. Die Dreharbeiten für „Mulan“ fanden auch in der Provinz Xinjiang statt, in der die islamische Minderheit der Uiguren in „Umerziehungslagern“ eingesperrt wird.

Noch 2019 wollten mehrere Hollywoodgrößen nicht mehr im Bundesstaat Georgia drehen, da die dortigen Republikaner die Abtreibungsgesetze verschärft hatten. Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisierungen, die uigurische Frauen treffen, sind demgegenüber das kleinere Problem. Linke sind eben so lange gegen Islamophobie, bis ein Milliardengeschäft lockt.

Erst 2016 wurde in Shanghai ein Disneyland eröffnet. Der langjährige Disney-Chef Robert Iger wird mittlerweile übrigens als Anwärter auf den Botschafterposten in Peking gehandelt. Zufall?

Die US-Schauspielerin Gina Carano bei der „Mandalorian“-Premiere in Los Angeles (Archivbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Image Press Agency
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