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YouTube: Führt Faktenchecks in Deutschland durch Foto: picture alliance/ZUMA Press
Zusammenarbeit mit „Correctiv“

„Faktencheck“-Funktion von YouTube kommt nun auch in Deutschland

BERLIN. Die Videoplattform YouTube führt nun auch in Deutschland seine „Faktencheck“-Funktion ein. Dies soll es Nutzern erleichtern, vertrauenswürdige Informationen zu finden, berichtet der Branchendienst Horizont. Zum einen würden bei Videos im Zusammenhang mit Themen, zu denen immer wieder Falschinformationen verbreitet werden, Verweise zu verläßlichen Quellen eingeblendet.

Zum anderen werde bei bestimmten Suchanfragen ein „Faktencheck-Informationspanel“ angezeigt. In diesem Bereich über den Suchergebnissen sollen Artikel von unabhängigen Faktenprüfern eingeblendet werden.

Bei dem „Informationspanel“ werde YouTube mit „rund einem halben Dutzend“ Verlagen und Faktencheckern aus Deutschland zusammenarbeiten. Dazu gehören laut der Google-Tochter auch der Bayerische Rundfunk sowie der Rechercheverbund „Correctiv“.

YouTube arbeitet mit Verlagen und Sender zusammen

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewußt, die YouTube-Community zu schützen – und der Ausbau unserer Faktenchecks ist nur einer, aber ein sehr wichtiger, der vielen kleinen und großen Schritte, die wir unternehmen, um zuverlässige Quellen hervorzuheben, unseren Nutzerinnen und Nutzern relevante und verlässliche Informationen zu liefern und die Verbreitung schädlicher Fehlinformationen auf YouTube weiter einzudämmen“, teilte das Unternehmen mit.

„Correctiv“ arbeitet bereits mit dem sozialen Netzwerk Facebook zusammen und überprüft Inhalte darin auf seine Fakten. Ende Mai verlor die Recherchegruppe vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe gegen ein Onlinemagazin einen Streit über eine solche Faktenprüfung. „Correctiv“ stufte einen Eintrag über Wissenschaftler, die bezweifeln, daß es einen „Klimanotstand“ gibt, als „teils falsch“ ein. Durch diese Einstufung verlor der Eintrag an Reichweite. Das Magazin klagte dagegen, weil dies eine Wertung darstelle und „Correctiv“ für unlauteren Wettbewerb sorge.

„Correctiv“ in der Kritik

Dem Rechercheverbund war mehrfach vorgeworfen worden, seine Faktenchecks politisch nicht neutral zu gestalten. Als „Correctiv“ 2017 seine Arbeit aufgenommen hatte, investierte auch George Soros über seine Open Society Foundation Geld in die Gruppe.

Für Kritik sorgte zuletzt auch ihre Unternehmensstruktur. „Correctiv“ besteht sowohl aus einer gemeinnützigen GmbH, mit Hilfe der sie nicht steuerpflichtige Spenden einnehmen darf, als auch aus einer Unternehmergesellschaft. Allerdings fließen von der gemeinnützigen Firma Gelder in die nicht gemeinnützige 100prozentige Tochtergesellschaft. Der Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel bezeichnete dies als „auffällig“ und vermutet einen Satzungsverstoß, „der für die Gemeinnützigkeit unmittelbar relevant ist“. (ls)

YouTube: Führt Faktenchecks in Deutschland durch Foto: picture alliance/ZUMA Press

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