Jörg Kachelmann
Fernsehmoderator Jörg Kachelmann im Kölner Landgericht: Sieg über Springer Foto: picture alliance / dpa
Kachelmann-Prozess

Fall Kachelmann: Rekordstrafe für „Bild“

KÖLN. Das Landgericht Köln hat die Springer-Unternehmen Bild und Bild-Online zu einer Rekordstrafe von insgesamt 635.000 Euro verurteilt. Für ihre einseitige Berichterstattung über den Prozeß gegen den ehemaligen Wetteransager Jörg Kachelmann müssen sie diesem ein Schmerzensgeld zahlen, entschied das Gericht.

Kachelmanns Geliebte Claudia D. hatte den Fernsehmoderator im Frühjahr 2010 wegen einer angeblichen Vergewaltigung angezeigt. Ein Jahr später wurde Kachelmann von den Vorwürfen freigesprochen. Der Fall wurde von den Medien intensiv begleitet. Unter anderem wurde ein Foto veröffentlicht, welches Kachelmann beim Hofgang im Gefängnis zeigte.

Springer kündigt Revision an

Der Springer-Anwalt Jan Hegemann hatte bereits angekündigt, das Urteil anzufechten und notfalls bis vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Die Unterstellung einer „Hetzkampagne“, wie Kachelmann behaupte, träfe nicht zu, sagte er im Gespräch mit Meedia. „Das Gericht erklärt wörtlich, daß weder der Vorwurf des Vorsatzes noch der einer Schädigungsabsicht begründet sei.“

Kachelmanns Rechtsvertreter Ralf Höcker zeigte sich dagegen mit der Entscheidung des Gerichtes gegenüber Meedia „sehr zufrieden“. Mit einer Revision des Verfahrens habe er bereits gerechnet, „denn Springer wird alles versuchen, das Urteil aus der Welt zu schaffen“. Eine Neuauflage des Verfahrens wird vor dem Oberlandesgericht stattfinden. (FA)

Fernsehmoderator Jörg Kachelmann im Kölner Landgericht: Sieg über Springer Foto: picture alliance / dpa

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