NDR-Magazin attackiert evangelikale Christen

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NDR-Magazin Zapp Bildschirmfoto: JF

HAMBURG. Das NDR-Medienmagazin Zapp hat in einem am Mittwoch ausgestrahlten Beitrag der konservativen Deutschen Evangelischen Allianz vorgeworfen, gegenüber Kritikern eine „Einschüchterungsstrategie“ zu verfolgen.

Außerdem unterstellten die Autoren allgemein den evangelikalen Christen, sie verträten „radikale Ansichten“, da sie sich etwa gegen die Gleichwertigkeit von Homosexualität aussprechen.

Hintergrund der Vorwürfe ist ein in der Schülerzeitung Q-rage abgedruckter Artikel über den evangelikalen Jugendkongreß „Christival“, der im Frühjahr 2008 in Bremen stattfand. Darin hatte es geheißen, Evangelikale verbreiteten „erzkonservative, zum Teil verfassungsfeindliche Ideologien“.

Mitherausgeber von Q-rage ist die Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB) in Bonn. Deren Präsident Thomas Krüger hatte in einem Empfehlungsschreiben für das Magazin geäußert, in der Zeitung fänden sich „interessante Informationen, wie islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben“.

„Organisierter Druck“

Daraufhin hatte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, von einer Gleichsetzung von Evangelikalen und Islamisten gesprochen und gegen diese Verleumdungen protestiert. Nachdem diese „Agiation gegen entschiedene Christen“ (Steeb) auch unter Politikern Proteste ausgelöst hatte, mußte sich Krüger öffentlich entschuldigen und distanzieren: „Sollte durch mein Empfehlungsschreiben der Eindruck entstanden sein, die in dem Artikel dargelegte Position werde von mir oder der Bundeszentrale für politische Bildung geteilt, so bedaure ich das sehr und entschuldige mich ausdrücklich.“

In der Sendung Zapp hieß es daraufhin, die Evangelische Allianz habe ihre Kritiker an den Pranger gestellt. Berichtet wurde außerdem von anonymen Drohungen gegen den Verfasser des Q-rage-Artikels. Nach Meinung der Autoren veranstalteten evangelikale Christen eine „Hetzjagd im Internet“ und zermürbten kritische Stimmen durch politische Einflußnahme. Dabei sei „der christliche Glaube nur ein Vorwand“.

Der BpB-Präsident Krüger stellte gegenüber Zapp fest, er habe „selten so einen organisierten Druck erlebt“ und sei „überrascht“ gewesen, daß die „liberale Öffentlichkeit“ dies so hingenommen habe. (vo)

> Der Zapp-Beitrag im Internet

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