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Antisemitismus bei Kunstausstellung: Roth gibt sich nach Skandal-Documenta selbstkritisch

Antisemitismus bei Kunstausstellung: Roth gibt sich nach Skandal-Documenta selbstkritisch

Antisemitismus bei Kunstausstellung: Roth gibt sich nach Skandal-Documenta selbstkritisch

Kulturstaatssekretärin Claudia Roth (Grüne) hadert mit ihrem Umgang mit der Documenta Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Kulturstaatssekretärin Claudia Roth (Grüne) hadert mit ihrem Umgang mit der Documenta Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Kulturstaatssekretärin Claudia Roth (Grüne) hadert mit ihrem Umgang mit der Documenta Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Antisemitismus bei Kunstausstellung
 

Roth gibt sich nach Skandal-Documenta selbstkritisch

BERLIN. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat ihr Bedauern darüber ausgedrückt, sich nicht schon vor der von Antisemitismus-Vorwürfen begleiteten Kunstausstellung Documenta geäußert zu haben. „Mir ist bewußt, daß es nicht reicht, wenn ich sage: Ich konnte nicht mehr tun. Auch wenn es objektiv stimmt. Vielleicht hätte ich bei den Diskussionen im Vorfeld der Documenta-Eröffnung lauter und deutlicher sein sollen, sein müssen“, sagte sie dem Stern.

Die Grünen-Politikerin untermauerte in dem Zusammenhang ihre Forderung nach mehr staatlichem Einfluß auf die Veranstaltung. Sollte der Bund mehr Geld dazu zur Verfügung stellen, werde sie mehr mitreden. Denn die Vorfälle um antisemitische Bilder in diesem Jahr seinen eine „Kette der Verantwortungslosigkeit, wo am Ende keiner verantwortlich gewesen sein will“.

Im Vorfeld der Kunstausstellung waren wiederholt Gerüchte um judenfeindliche Werke zu vernehmen. Kurz nach Beginn der Veranstaltung war ein entsprechendes Banner entdeckt und entfernt worden. Roth stellte klar, die wichtigen Entscheidungen zur diesjährigen Documenta seien vor ihrem Amtsantritt gefallen und der Bund nicht in den Organisationsstrukturen vertreten gewesen.

Roth betont historische Verantwortung

Roth wollte zudem Versuche nicht gelten lassen, die antisemitischen Motive mit der ausländischen Herkunft der Urheber zu erklären. „Antisemitismus ist und bleibt Antisemitismus, ob in Indonesien, in der Türkei oder sonst wo.“ Wer als Künstler nach Deutschland zu einer Ausstellung eingeladen werde, müsse wissen, „was historische Verantwortung gerade hier bedeutet“.

Anlaß der Antisemitismus-Debatte war das Wandbild des indonesischen Künstlerkollektivs „Taring Padi“. Auf dem Gemälde war unter anderem ein Soldat mit Schweinsgesicht zu sehen, der auf seinem roten Halstuch einen Davidstern trägt. Auf seinem Helm stand der Name des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad. Eine andere Stelle auf demselben Bild zeigte einen Mann mit Kippa, Hut und Schläfenlocken. Ihn zeichneten die Künstler mit blutunterlaufenen Augen, spitzen Zähnen und krummer Nase. Später tauchten noch weitere antisemitische Bilder auf. (ag)

Kulturstaatssekretärin Claudia Roth (Grüne) hadert mit ihrem Umgang mit der Documenta Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
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