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„Gesellschaftliche Vielfalt“: Queer-Beauftragter Lehmann: Gibt kein normales Familienmodell

„Gesellschaftliche Vielfalt“: Queer-Beauftragter Lehmann: Gibt kein normales Familienmodell

„Gesellschaftliche Vielfalt“: Queer-Beauftragter Lehmann: Gibt kein normales Familienmodell

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne): Ein normales Familienmodell gebe es ohnehin nicht, deshalb könne ein solches auch nicht unter die Räder kommen
Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne): Ein normales Familienmodell gebe es ohnehin nicht, deshalb könne ein solches auch nicht unter die Räder kommen
Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne): Ein normales Familienmodell gebe es ohnehin nicht, deshalb könne ein solches auch nicht unter die Räder kommen Foto: picture alliance/dpa Revierfoto
„Gesellschaftliche Vielfalt“
 

Queer-Beauftragter Lehmann: Gibt kein normales Familienmodell

BERLIN. Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), hat für mehr Akzeptanz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten geworben. Ein normales Familienmodell gebe es ohnehin nicht, deshalb könne ein solches auch nicht unter die Räder kommen, sagte er am Mittwoch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die häufigste Form des Zusammenlebens bestehe zwar aus Ehepaaren mit Kindern, die Realität sei im Ganzen aber von gesellschaftlicher Vielfalt geprägt. Dazu gehörten Unverheiratete mit Kindern sowie „Regenbogen“- und Patchwork-Familien. All diese Modelle seien „schon immer da“ gewesen.

Queer-Beauftragter betrachtet sich als „Aktivist“

Niemand wolle verheirateten Paaren etwas wegnehmen, bekräftigte der Grünen-Politiker. Die Einführung der „Homo-Ehe“ habe diese Form des Zusammenlebens vielmehr gestärkt, weil nun mehr Menschen heirateten.

In einem tobenden „Kulturkampf“ um Familie, Geschlecht und Identität sehe er seine Rolle nach wie vor als „Aktivist“, auch wenn er nun Mitglied der Regierung sei. Er betrachte sich nun als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Politik.

Lehmann: Rede nicht mit Faschisten und Transfeinden

In Gesprächen mit Bürgern kläre er etwa gerne über die vermeintliche Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten auf. Die Grenze ziehe er dort, wo er eine „feindselige Haltung“ bemerke. „Man redet ja auch nicht mit Faschisten und Rechtsextremen, als wäre das eine Meinung wie jede andere. Dadurch besteht nämlich die Gefahr, daß extreme, menschenfeindliche Meinungen akzeptabel und legitim erscheinen“, betonte Lehmann.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch habe sich in ihrer Rede, in der sie Bezug auf das Grünen-Mitglied Tessa Ganserer nahm, beispielsweise klar „transfeindlich“ geäußert. Von Storch hatte auf das Bundestagsmitglied als biologischen Mann verwiesen und Ganserers abgelegten Namen Markus genannt.

Transsexualität sei kein Trend

Auch wenn sich die Zahl der jugendlichen Transsexuellen in der westlichen Welt innerhalb weniger Jahre um 4.000 Prozent gesteigert habe, sehe er hinter dem Phänomen keinen Trend. „Das ist sicherlich keine Modeerscheinung, das macht wirklich niemand aus Spaß.“ Die Zahlen seien gestiegen, weil die Gesellschaft offener geworden sei und es heutzutage mehr Beratungsstellen gebe.

Ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf für mehr Rechte von Menschen, die sich ihrem Geburtsgeschlecht nicht zugehörig fühlten, sei die Abschaffung des Transsexuellengesetzes. „Bis zum Sommer wollen das Bundesjustizministerium und das Bundesfamilienministerium Eckpunkte vorlegen“, kündigte Lehmann an. In diesem Fall würde der Sprechakt genügen, um juristisch das Geschlecht zu wechseln. (zit)

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne): Ein normales Familienmodell gebe es ohnehin nicht, deshalb könne ein solches auch nicht unter die Räder kommen Foto: picture alliance/dpa Revierfoto
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