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Thomas Greiss soll wegen seinen Aktivitäten in den sozialen Medien nicht mehr im Tor der deutschen Eishockey Nationalmannschaft stehen (Archivbild) Foto: picture alliance / Pressefoto Baumann | Dennis Dürr
Thomas Greiss soll wegen seinen Aktivitäten in den sozialen Medien nicht mehr im Tor der deutschen Eishockey Nationalmannschaft stehen (Archivbild) Foto: picture alliance / Pressefoto Baumann | Dennis Dürr

Politische Korrektheit im Sport
 

Eishockey-Nationaltorwart fliegt wegen rechter Instagram-Posts aus Kader

MÜNCHEN. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat Nationaltorwart Thomas Greiss wegen angeblich rechtspopulistischer Beiträge in den sozialen Medien aus dem Kader für die Weltmeisterschaft geworfen. Auch in Zukunft werde der Torhüter nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen, betonte DEB-Sportdirektor Christian Künast gegenüber Eishockey News.

Im Deutschlandfunk verwies Künast auf die Richtlinien des Verbandes, wonach Weltoffenheit, Toleranz und Integration durch Sport vermittelt werden sollten. „Das ist einfach ein Kodex, dem sich jeder Spieler, jeder Betreuer und jeder Verantwortliche verschreibt, der für den DEB arbeitet.“ Er sei überzeugt, daß man sich bei Greiss diesbezüglich nicht sicher sein könne. „Von daher ist für uns die Nominierung im Moment kein Thema.“

Zugleich verwahrte sich der Sportfunktionär gegen Zensurvorwürfe. „Wir beschneiden und zensieren niemanden. Absolut nicht. Und jeder darf seine Meinung frei äußern. Aber ob wir jemanden einladen oder nicht, das ist dann unsere Sache.“

Greiss gerät wegen Hitler-Vergleich unter Druck

Greiss, der in der US-amerikanischen Profiliga NHL bei den Detroit Red Wings spielt, hatte im Februar zum Tod des Radio-Talkmasters Rush Limbaugh via Instagram kondoliert. Limbaugh war bekennender Anhänger des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, vertrat rechtskonservative Positionen und äußerte regelmäßig scharfe Kritik an Liberalen, dem Feminismus und Umweltschützern. Mit seiner Sendung erreichte er wöchentlich 15 Millionen Zuhörer.

Bereits 2017 war Greiss wegen seiner Social-Media-Aktivitäten unter Druck geraten. Damals likte er einen Post, in dem die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler verglichen wurde. Auf Druck des DEB und des Deutschen Olympischen Sportbundes entschuldigte er sich dafür.

Ex-Fußballprofis attackieren Lehmann wegen „Quotenschwarzer“-Äußerung

Unterdessen lobte der Cheftrainer des abstiegsbedrohten Fußballbundesligisten Hertha BSC Berlin, Pal Dardai, das schnelle Vorgehen des Klubs im Fall von Jens Lehmann. Der frühere Torwart der deutschen Fußballnationalmannschaft und Aufsichtsrat von Hertha BSC hatte zuvor in einer Chatnachricht den schwarzen Ex-Profi und TV-Experten Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet. „Der Verein hat schnell und konsequent gehandelt, das finde ich sehr gut“, sagte Dardai während der Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.

Für seinen Tweet, in dem Lehmann am Mittwoch mitteilte, daß er sich bei Aogo entschuldigt habe, mußte er wiederum Kritik einstecken. Sein ehemaliger Mannschaftskollege bei Borussia Dortmund, Karsten Baumann, schrieb: „Du warst schon damals ein Vollidiot.“

Derweil äußerte sich Aogo in einer Videobotschaft zu der Angelegenheit. Darin erklärte er, daß er die Entschuldigung von Lehmann angenommen habe und das Thema damit für ihn erledigt sei.

Heimatverein erteilt Lehmann Hausverbot

Der Ex-Profi und Integrationsbotschafter des Deutschen Fußballbundes (DFB), Jimmy Hartwig, äußerte gegenüber Welt: „Die Entschuldigung hätte ich nicht angenommen.“ Die Äußerungen von Ex-Nationaltorwart Lehmann seien unakzeptabel. „Ich finde ganz toll, daß Hertha gleich die Konsequenzen gezogen hat, und ihn von seinem Amt enthoben hat.“

Hartwig ergänzte, der DFB kämpfe gegen den Rassismus an. „Und dann kommt ein ehemaliger Nationalspieler und beleidigt einen in einer Art und Form. Das geht nicht. Das kann man auch nicht rechtfertigen.“

Auch der Heimatverein von Lehmann, der Bezirksligist Heisinger SV aus Essen, reagierte auf die „Quotenschwarzer“-Nachricht und erteilte ihm Hausverbot. „Der von uns allen so geliebte Fußball ist nach meiner Erfahrung anfällig für einige Grundübel der Zivilisation. Dazu gehören insbesondere Rassismus und Homophobie. Wir müssen aufpassen, wir müssen wachsam sein, wir dürfen das niemals tolerieren, wir müssen einschreiten, wir müssen Courage zeigen“, schrieb der Vereinsvorsitzende Peter Küpperfahrenberg auf der Facebook-Seite des Vereins. (ag)

Thomas Greiss soll wegen seinen Aktivitäten in den sozialen Medien nicht mehr im Tor der deutschen Eishockey Nationalmannschaft stehen (Archivbild) Foto: picture alliance / Pressefoto Baumann | Dennis Dürr
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