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NS-Bau: Nürnberger Oper zieht auf Reichsparteitagsgelände um

NS-Bau: Nürnberger Oper zieht auf Reichsparteitagsgelände um

NS-Bau: Nürnberger Oper zieht auf Reichsparteitagsgelände um

Das Reichsparteitagsgelände mit Kongresshalle im Hintergrund Das Nürnberger Staatstheater wird während der Sanierung des Opernhauses in dem Bauwerk auftreten Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Das Reichsparteitagsgelände mit Kongresshalle im Hintergrund Das Nürnberger Staatstheater wird während der Sanierung des Opernhauses in dem Bauwerk auftreten Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Das Reichsparteitagsgelände mit Kongresshalle im Hintergrund Das Nürnberger Staatstheater wird während der Sanierung des Opernhauses in dem Bauwerk auftreten Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
NS-Bau
 

Nürnberger Oper zieht auf Reichsparteitagsgelände um

NÜRNBERG. Eine Mehrheit im Nürnberger Stadtrat hat sich darauf geeinigt, die Kongreßhalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zur Ausweichspielstätte der städtischen Oper zu machen. „Wir haben eine deutliche Mehrheit“, kommentierte der CSU-Fraktionschef des Gremiums, Andreas Krieglstein laut Welt die Übereinkunft.

Zuvor hatten sich die Christsozialen zusammen mit den Grünen, der SPD und der FDP auf den historischen Veranstaltungsort verständigt. Unter anderem die Sozialdemokraten äußerten bis zuletzt Bedenken, ob sich die NS-Stätte für Konzertaufführungen eigne. „Für die SPD-Stadtratsfraktion ist noch offen, ob die Kongreßhalle als Standort für eine Ausweichspielstätte in Betracht kommen kann“, hob die Partei in einer Stellungnahme hervor. Auch nach der Einigung bekräftigte der Chef der SPD-Stadtratsfraktion, Matthias Ziegler, seine Vorbehalte. „Wir lassen nicht zu, daß aus dem Opernhaus ein Volksbad 2.0 wird“.

Staatsphilharmonie will musikalisch bei NS-Aufarbeitung helfen

Die Staatsphilharmonie Nürnberg sprach sich hingegen für die Nutzung der Kongreßhalle als Interimslösung aus. Die Vergangenheit des Gebäudekomplexes widerspreche einer Funktion als Konzertsaal in keiner Weise. „Wir möchten unterstreichen, daß gerade eine kulturelle Institution wie das Staatstheater alle Instrumente dafür besitzt, Erinnerungskultur erlebbar zu machen. Musik ist eine Sprache, die allen Menschen zugänglich ist und uns über Nationen und Kulturen hinweg verbindet“, betonten die Musiker in einem am Donnerstag erschienenen offenen Brief an die Nürnberger Stadtregierung.

Kritiker befürchten indes, die Umwidmung des Geländes könne die Aufklärung über dessen NS-Vergangenheit erschweren. Der Nürnberger Verein „Geschichte für alle“ mahnte einen behutsamen Umgang mit dem Bauwerk an.

„Hierbei ist der unverstellte Blick auf die authentischen Fassaden und in den Innenhof der Kongreßhalle als sinnlich erfahrbares Symbol des Größenwahns, aber auch seines Scheiterns, ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts unserer Führungen“, machten die Stadthistoriker laut dem Nachrichtenportal „Nordbayern.de“ klar.

Opernsanierung kostet Nürnberg halbe Milliarde Euro

Weil das Nürnberger Opernhaus spätestens ab 2025 saniert werden muß, hatte das Staatstheater nach einer Interimslösung für einen Spielort Ausschau gehalten. Die Instandsetzung der alten Konzertstätte und der Kongreßhalle wird mit schätzungsweise einer halben Milliarde Euro das teuerste Projekt Nürnbergs in den nächsten zehn Jahren.

Die Kongreßhalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ist ein unvollendeter Gebäudekomplex, der im Nationalsozialismus als Veranstaltungsort mit Platz für bis zu 50.000 Menschen dienen sollte. (fw)

Das Reichsparteitagsgelände mit Kongresshalle im Hintergrund Das Nürnberger Staatstheater wird während der Sanierung des Opernhauses in dem Bauwerk auftreten Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
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