Frank Otfried July
Frank Otfried July: „Einander Näherkommen“ Foto: imago images / epd
„Extreme Bedingungen“

Landesbischof bedauert eingeschränkte Ramadan-Feste

STUTTGART. Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July hat in einem Schreiben an moslemische Verbände sein Bedauern für die erschwerten Umstände während des Ramadan ausgedrückt. „Wo ist derzeit die Normalität des Alltags, die vom Ramadan unterbrochen werden könnte?“, heißt es in der Zuschrift. Moslems sähen sich aufgrund des Corona-Lockdowns „extremen Bedingungen“ ausgesetzt. Der Geistliche erinnert zudem an die Bluttat von Hanau: „Noch nie gab es in Deutschland so viele moslemische Tote nach einem Attentat an einem Tag.“

Für July zeige das Einhalten der Corona-Maßnahmen durch Moscheevereine, „wie nah und verbunden wir untereinander und mit allen Menschen im Land sind“. Er hoffe darauf, „daß wir uns gerade in schwerer Zeit einander nahe bleiben und sogar einander näherkommen“. Der Landesbischof machte außerdem den Vorschlag, das moslemische Fastenbrechen per Videochat zu feiern.

Sorge vor Ramadan-Chaos?

Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat und erstreckt sich dieses Jahr vom 23. April bis zum 23. Mai. Nach Sonnenuntergang dürfen Moslems wieder Speisen und Getränke zu sich nehmen und feiern dies in großer Gemeinschaft.

Vergangene Woche berichtete die Bild-Zeitung, die Bundesregierung befürchte ein Chaos aufgrund der moslemischen Festlichkeiten und untersage daher allen Religionsgemeinschaften, auch Christen, weiterhin, etwa Gottesdienste zu feiern. Anders als bei Christen oder Juden gebe es keinen zentralen Ansprechpartner für Anhänger des Islams. (hr)

Frank Otfried July: „Einander Näherkommen“ Foto: imago images / epd

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