DFB: „Unverkrampfter Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“
DFB: „Unverkrampfter Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ Foto: picture alliance / Horst Galuschka/dpa
„Fußball ist immer noch Parallelwelt“

DFB richtet Anlaufstelle für „geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ ein

FRANKFURT/MAIN. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat angekündigt, im kommenden Jahr eine Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einzurichten. „Der Sport und sicher auch der Fußball sind leider immer noch Parallelwelten, wenn es um einen unverkrampften Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt geht“, teilte DFB-Vizepräsident Günter Distelrath am Mittwoch mit. In der Kultur oder der Wirtschaft sei man da weiter.

Ab dem 1. Januar 2020 werde die „nationale Kompetenz- und Anlaufstelle“ verantwortet durch den Lesben- und Schwulenverband in Deutschland ihre Arbeit aufnehmen. „Alle Menschen sollen sich beim Fußball angenommen fühlen, darum muß es doch gehen. Unser Fußball muß vielfältig und diskriminierungsfrei sein. Wir wollen kein Talent verlieren. Mit der neuen Anlaufstelle wollen wir uns in diese Richtung entwickeln“, begründete Distelrath die Maßnahme. Die Anlaufstelle sei zunächst auf 18 Monate geplant.

Ansprechpartner werde der Verantwortliche für Vielfalt beim Berliner Fußball-Verband, Christian Rudolph. „Sichtbarkeit ist für unser Thema wesentlich, und wir müssen weiter Bewußtsein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt schaffen“, sagte Rudolph. „Wir wollen den Dialog zwischen dem organisierten Sport und der LSBTI+ Community fördern, für die Themen sensibilisieren und Aufklärung leisten.“ LSBTI+ steht für „lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter*“ Personen.

DFB engagiert sich seit Jahren für „Vielfalt“

Der DFB gab zudem bekannt, daß es derzeit in 20 der 21 Landesverbänden nicht möglich sei, sich als „divers“ eintragen zu lassen. „Entsprechende Regelungen in den Landesverbänden müssen noch entwickelt und beschlossen werden. Mit dem Angebot von Unisex-Toiletten ist man bei DFB-Pokalspielen und Länderspielen einen Schritt weiter.“ Das Organisationsteam der Olympischen Spiele in Tokio habe solche Toiletten beim DFB angefragt.

Der DFB engagiert sich seit Jahren für vermeintliche „Vielfalt“ und gegen Fremdenfeindlichkeit. Im Sommer rief die Vereinigung dazu auf, sichtbar Position gegen Rassismus zu beziehen. (ls)

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