CashMo
CashMo: „Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht, wo die anderen stolz stehen am Fahnenmast“ Foto: YouTube/ CashMomusik
Deutschrap

Ein „Alman“ dißt zurück

Deutschenfeindlichkeit und antideutscher Rassismus sind beliebte und immer wiederkehrende Motive in der hiesigen Rapmusik. Meist werden diese hier allerdings nicht als Problem wahrgenommen. Im Gegenteil. Vor allem Rapper mit ausländischem Hintergrund übertragen die offene Verachtung, die sie und ihre Freunde gegenüber der deutschen Mehrheitsgesellschaft empfinden, von der Straße und den Schulhöfen in ihre Songs.

Begriffe wie „Kartoffel“ oder „Alman“ werden wie selbstverständlich als Beleidigung für die als schwächliche „Opfer“ empfundenen Einheimischen verwendet. Die sonst beim Thema Rassismus so sensiblen deutschen Medien stören sich daran in der Regel genauso wenig, wie viele Hörer und die biodeutschen Musiker-Kollegen, die den Ausländer-Slang mitsamt der deutschenfeindlichen Beschimpfungen oft sogar eins-zu-eins selbst übernehmen.

Der Deutschrapper Cashmo hat nun aber mit seinem Titel „Alman“ einen Song veröffentlicht, der den Haß gegenüber Deutschen anprangert und mit der Doppelmoral nicht nur in der deutschsprachigen HipHop-Community, sondern in der Gesellschaft generell aufräumt. Der Stolberger Musikproduzent, der mit bürgerlichem Namen Achim Welsch heißt, dürfte sich damit wenig Freunde machen. Sowohl der Text des Lieds wie auch das dazu veröffentlichte Video sprechen alles an und aus, was im deutschen Kulturbetrieb als „nazi“ gilt; und dann macht er, zu allem Überfluß, genau diese Tatsache auch noch zum Thema.

„Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht“

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„Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht, wo die anderen stolz stehen am Fahnenmast“ rappt der Deutsche. Und weiter: „Das Erbe meiner History, Blut, aber Bro, sag mir, was hab’ ich mit Hitler zu tun?“ Wie sich diese rein auf historischer Schuld aufgebaute deutsche Identität auswirkt, wenn man in einem Viertel aufwächst, in dem man fast nur von Gruppen umgeben ist, deren ungebrochener Nationalstolz überhaupt keine eigene Schuld oder auch nur den Hauch einer Kritik an der eigenen Kultur und Mentalität zuläßt, macht der Künstler im Refrain deutlich.

Darin spricht er auch die Tabu-Themen antideutscher Rassismus und Gewalt gegen Deutsche an. „Viele kamen und sie suchten hier nach Schutz. Doch ich war nur der Alman für dich in deiner Hood. Wie viele meiner Landsleute leben in Gefahr? Aber wirklich drüber reden, ist was keiner von uns darf.“

Später im Text bringt der Rapper, der in einem Problembezirk aufwuchs und selbst eine kriminelle Vergangenheit hat, sogar die typisch deutsche beziehungsweise typisch weiße einseitige Toleranz in Sachen Religion zur Sprache: „Wenn du weißt, wir sind beide eigentlich gleich. Sitzen hier im selben Boot, wegen Hautfarbe Streit. Wo du oftmals über Christen ein paar Witze hörst. Doch wie du weißt, hat mich dein Glaube hier nie gestört.“

Wird Cashmo runtergeschrieben oder gleich ignoriert?

All das dürfte für viele in der in mehr als einer Form antideutsch geprägten Hip-Hop-Szene geradezu unerhört klingen. Der vielleicht etwas sehr klischeehaft im Video platzierte deutsche Schäferhund sowie der Adler und die Deutschlandfahne über dem obligatorischen schwarzen Mercedes fallen da als vermeintliche Provokationen schon fast gar nicht mehr wirklich ins Gewicht. Die vielen, weißen, Deutschen, Statisten, die den Mund symbolisch mit einem mit „Alman“ beschrifteten Klebestreifen zugeklebt bekommen haben, dafür wahrscheinlich umso mehr.

Dies könnte sich auch auf die Promotion und zukünftige Rezessionen der Veröffentlichungen des Rappers negativ auswirken. Sind die meisten Szene-Medien doch fest in der Hand von „politisch korrekten“ Musik-Redakteuren, die eben jenen einseitigen Schuldkult propagieren, den der ansonsten weitgehend unpolitische Cashmo in seinem neuen Song anspricht. In den entsprechenden Publikationen geben seit Jahren Leute wie der überzeugte Kommunist, „Antifa“-Demonstrant und bekennender Radikal-Linke, ehemalige Labelbetreiber und rap.de -Chefredakteur Marcus Staiger den Ton an.

Die Online-Plattform Hiphop.de erklärte ihren Lesern bereits im August, „warum es keinen Rassismus gegen Weiße geben kann“ und verwies dabei auf die vermeintlich fachkundigen Einschätzungen der gesamte „People of Color“-Garde und „Wir sind Opfer“-Schreier von Tupoka Ogette (Anti-Rassismus-Trainerin) bis Alice Hasters (Autorin des Schuldkult-Schlagers: „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“).

Angesichts solcher Musik-Kritiker dürfte die Frage für den Rapper Cashmo nach seinem Alman-Song wohl nur noch sein, ob diese ihn künftig konsequent runterschreiben oder lieber gleich komplett ignorieren.

CashMo: „Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht, wo die anderen stolz stehen am Fahnenmast“ Foto: YouTube/ CashMomusik

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