Sachsen

Flüchtlings-Mob greift Polizisten in Asylunterkunft an

DRESDEN. Nach einem Streit in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden sind rund 50 Asylsuchende auf Polizisten losgegangen. Bei der Essensausgabe am Freitag abend war es zunächst zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern aus Georgien gekommen, woraufhin der Sicherheitsdienst die Polizei rief. Den Beamten gelang es zunächst, den Streit zu stoppen. „In der Folge sammelten sich circa 50 Heimbewohner und griffen die Einsatzkräfte an, indem sie nach ihnen mit glühenden Zigaretten warfen, traten und schlugen“, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Ein Angreifer habe zudem versucht, die Beamten mit einer Eisenstange aus seinem Bettgestell zu attackieren. Erst nach dem Eintreffen von Verstärkung konnte die Lage vor Ort unter Kontrolle gebracht werden. Bei den Krawallen wurden zwei Polizisten und ein Sicherheitsmitarbeiter leicht verletzt. Vier Georgier im Alter von 17, 20, 27 und 42 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Der Vorwurf lautet Landfriedensbruch. Ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden konnte auf JF-Nachfrage am Montag nicht sagen, gegen wie viele Personen ermittelt wird.

Die Polizei teilte am Montag mit, die beiden Georgier hätten einen 15 Jahr alten Syrer gebeten, ihnen gegen 21.15 Uhr Essen zu bringen. Da um diese Zeit alle Speisen allein denen vorbehalten sind, die den Ramadan begehen, weigerte sich der Junge. Daraufhin sollen die Georgier in sein Essen gespuckt und ihn angegriffen haben. Der 42jährige sei aufgrund eines bestehenden Haftbefehls in die Justizvollzugsanstalt Dresden gebracht worden, von wo aus er abgeschoben werden soll.

Ramadan Auslöser des Streits?

Er bestätigte jedoch Aussagen von Beteiligten in der Bild-Zeitung, wonach es aufgrund der islamischen Fastenzeit Ramadan zu dem Streit in der Asylunterkunft gekommen war. „Wir sind 36 Christen und werden von den Hunderten Muslimen hier im Haus tyrannisiert. Dagegen versuchen wir uns nur zu wehren“, sagte ein Georgier dem Blatt. Dies sei allerdings lediglich eine von mehreren These. Warum der Streit ausgebrochen war, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, erläuterte der Beamte.

In der Erstaufnahmeeinrichtung in der Hamburger Straße in Dresden leben bis zu 1.600 Asylbewerber. Erst vor rund einer Woche hatte es dort eine Massenschlägerei zwischen rund 40 Personen gegeben. Der Streit mit Messern, Stühlen und Feuerlöschern hatte drei Verletzte zur Folge. (ls)

Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden: Lage konnte erst mit Hilfe von Verstärkung unter Kontrolle gebracht werden Foto: dpa

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