Mordfall Hanaa S.
Mordfall Hanaa S.: Opfer hate Angst vor Familie Fotos (2): dpa
„Familienehre“

Tod von Hanaa S.: Gericht geht von Ehrenmord aus

WUPPERTAL. Im Prozeß um den Tod der sechsfachen Mutter Hanaa S. geht das Gericht von „Familienehre“ als Mordmotiv aus. „Viel spricht für ein vorliegendes Ehrmotiv“, sagte der Vorsitzende Richter der Nachrichtenagentur dpa zufolge am Donnerstag. Der mitangeklagte Ehemann habe bei der Polizei ausgesagt, Hanaa S. schade mit ihrem Verhalten der Familienehre.

Das Gericht wandte sich damit gegen die Verteidiger, die zuvor versucht hatten, Familienehre als Motiv in Zweifel zu ziehen. Ihnen zufolge sei die 35 Jahre alte Mutter im Streit um Goldschmuck getötet worden. Die Kammer folgte der Behauptung der Verteidiger nicht, die Tat habe nichts mit dem jesidischen Glauben zu tun. Weitere Beweisanträge der Verteidiger lehnte das Gericht daher ab.

Das spätere Mordopfer habe mehrfach geäußert, Angst vor ihrem Mann und dessen Familie zu habe, schilderten die Richter. Die Angeklagten aus dem Irak – der frühere Mann, zwei Schwager, ihr ältester Sohn sowie eine Schwägerin – hätten mehrfach versucht, ihren Aufenthaltsort herauszufinden. Überdies habe sie betont, nach jesidischen Vorstellungen der Besitz ihres Ehemannes zu sein.

Hanaa S. war am 21. April 2015 aus ihrer Wohnung in Wuppertal verschwunden, wo sie sich vor ihrer Familie versteckt hatte. Die Leiche der Frau war im Sommer bei Bruchsal in Baden-Württemberg in einem Wald entdeckt worden, nachdem ein Angeklagter sein Schweigen gebrochen hatte. (ls)

Mordfall Hanaa S.: Opfer hate Angst vor Familie Fotos (2): dpa

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