Milo Yiannopoulos Foto: picture alliance / AP Images
Alt-Right

Pädophilie-Streit um „Breitbart“-Journalisten Milo

Er ist das Gesicht der Alternativen Rechten (Alt-Right) in den USA, Autor der rechten Internetzeitung Breitbart und Berufsprovokateur. Jetzt könnten ihm jedoch mehrere Äußerungen zu Sex mit Minderjährigen zum Verhängnis werden. Milo Yiannopoulos ist 32 und hat seit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Der Brite, Sohn eines griechischstämmigen Vaters, der mittlerweile die meiste Zeit in den USA lebt, ist bekennender Schwuler und Kämpfer für freie Meinungsäußerung.

Bekannt wurde er durch seine Unterstützung für Donald Trump im Wahlkampf, seine islamkritischen Youtube-Tiraden und seine Redeauftritte an Universitäten, die – wie zuletzt in Berkeley – nicht selten gewalttätige Proteste hervorriefen. Auf dem Zenit schien er nun angekommen, als ihn die am Mittwoch beginnende CPAC-Konferenz, das bedeutendste Treffen Konservativer in den USA, als Hauptredner eingeladen hatte. Vor ihm sprachen dort so illustre Namen wie Ron Paul, Mitt Romney, George Bush oder Ronald Reagan.

Hat Milo Pädophilie gerechtfertigt?

Das war, bevor Videos aufgetaucht sind, in denen Milo nach Meinung vieler Kritiker Pädophilie verteidigt hat. Bei der Beziehung eines 13jährigen mit seiner Lehrerin sei oft der Minderjährige der Schuldige, der seine Lehrerin verführe, so Milo. Weiter berichtete er über seine Erfahrungen als Teenager, als er Sex mit einem katholischen Priester hatte. Noch heute sei er „Vater Michael“ dafür dankbar. Gerade für in schwierigen Verhältnissen aufgewachsene Jugendliche seien sexuelle Beziehungen zu älteren Männern oft „ungeheuer positive Erfahrungen“.

Das war nicht nur CPAC zuviel, die ihn daraufhin postwendend wieder ausluden. Selbst sein Arbeitgeber Breitbart denkt nach Informationen des Fernsehsenders Fox Business derzeit darüber nach, den Vertrag mit ihm zu kündigen. Dies sei eine rein wirtschaftliche Überlegung, so ein Vertreter Breitbarts, der nicht namentlich genannt werden wollte. Man müsse nun evaluieren, wie schädlich Milos Äußerungen für die Marke Breitbart seien.

Eine ähnliche Nutzenabwägung traf wohl auch das Verlagshaus Simon&Schuster, das das für Juni geplante Buch Milos mit dem treffenden Namen „Dangerous“ stoppte. Mittlerweile ist der schillernde Tabubrecher zurückgerudert und hat sich auf seiner Facebook-Seite entschuldigt. „Pädophilie erfüllt mich mit Abscheu und ich habe weite Teile meiner Karriere als Journalist damit zugebracht, Kinderschänder bloßzustellen.“

„Sex mit 13jährigen ist nicht in Ordnung“

Die Videos seien irreführend bearbeitet worden. Aber auch er trage Schuld. Er habe geglaubt, daß er, der selber Mißbrauchsopfer war, alles zu dem Thema sagen dürfe, was er wolle. Er stellte klar: „Ich befürworte kein illegales Verhalten.“ Die derzeitigen Gesetze zur Volljährigkeit seien richtig. „Ich glaube nicht, daß Sex mit 13jährigen in Ordnung ist.“ Ob die Entschuldigung ausreicht, werden nun seine Fans beurteilen müssen. Zumindest seine Facebook-Follower, das zeigt die Mehrheit der Kommentare, scheinen weiter hinter ihm zu stehen.

 

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