BERLIN. Die Feministin Alice Schwarzer hat die Verurteilung des Models Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung scharf kritisiert. Lohfink hatte zwei Männer bezichtigt, sie betäubt und vergewaltigt zu haben. Daß sie nun zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde, ist für Schwarzer ein Skandal.
„Nur jede zwölfte Vergewaltigung wird in Deutschland angezeigt, nur jede hundertste führt zu einer Verurteilung. Es ist zu befürchten, daß es nach dem Berliner Urteil noch weniger sein werden“, kritisierte Schwarzer gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, ohne eine Quelle für ihre Behauptung zu nennen.
Richterin: „Frau Lohfink ist nicht Opfer einer Sexualstraftat geworden“
Die selbsternannte Frauenrechtlerin betonte, es gebe keinen Zweifel an der sexuellen Gewalt gegen Lohfink. „Wie auch immer man diese auf Video dokumentierten Stunden interpretieren mag – unübersehbar ist, daß die beiden Männer extrem brutal und verächtlich mit der Frau umgegangen sind.“
In dem Video ist allerdings zu sehen, wie Lohfink tanzt, lacht und während des Geschlechtsverkehrs in die Kamera winkt. Später bestellte sie Pizza und telefonierte mit ihrer Managerin. Aus Sicht des Amtsgerichtes Tiergarten besteht kein Zweifel daran, daß sie die Vergewaltigungsvorwürfe erfunden hatte. „Frau Lohfink ist nicht Opfer einer Sexualstraftat geworden. Sie hat gelogen und Ermittler bewußt in die Irre geführt“, sagte die Richterin während der Urteilsbegründung.
Politisch instrumentalisiert
Der Fall hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, nachdem sich Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei mit der nun überführten Lügnerin solidarisiert und eine Verschärfung des Sexualstrafrechts gefordert hatten. So schrieben die Grünen auf ihrer offiziellen Facebook-Seite:
Das Urteil gegen Lohfink ist noch nicht rechtskräftig. (ho)