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Messianische Juden dürfen am Kirchentag teilnehmen

STUTTGART. Am Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart darf sich erstmals auch die messianisch-jüdische Bewegung beteiligen. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur idea. „Messianische Juden haben Platz und Stimme auf dem Kirchentag“, sagte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Noch in einem Beschluss des Kirchentagspräsidiums heißt es, daß „messianische Gruppen nicht zur aktiven Mitwirkung zugelassen“ werden.

Messianische Juden sehen in Jesus den im Alten Testament angekündigten Erlöser des Volkes Israel. Sie verstehen sich jedoch weiterhin als Teil des jüdischen Volkes mit seinen Traditionen und lehnen für sich die Bezeichnung als Christen ab. Durch ihre missionarischen Aktivitäten unter Juden werden sie allerdings von Seiten der evangelischen Kirche kritisiert. Noch auf dem Kirchentag 2013 in Hamburg wurde messianischen Juden eine Teilnahme untersagt.

Wie der Leiter der Kirchentagsorganisation, Pfarrer Wolfgang Kruse, bekannt gab, ist nun aber ein Podium „Evangelische Kirche und messianische Juden“ geplant. Hier sollen auch Vertreter messianisch-jüdischer Gemeinden zu Wort kommen. Der Sprecher der theologisch konservativen Synodalgruppe „Lebendige Gemeinde“, Dekan Ralf Albrecht, forderte den Kirchentag auf, diese Gemeinden nicht auszuschließen. Juden, die an Jesus glaubten, seien „unsere Glaubensgeschwister“. (FA)

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