Dieter Nuhr: Der Kabarettist knöpft sich Linkspartei und Islamisten vor Foto: dpa
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Dieter Nuhr knöpft sich Islamisten und Linkspartei vor

KÖLN. Der Kabarettist Dieter Nuhr hat seine Kritik an radikalen Moslems verschärft. „Über jede andere Religion kann man ja reden, nur über den Islam nicht, weil es zu konkreter körperlicher Gewalt führt“, sagte er gegenüber planet-interview.de. Ihn interessiere die Einschränkung der Freiheitsrechte nicht nur, wenn sie von der NSA komme.

Er attackierte auch den Umgang der politischen Linken mit Islamisten: Diese lese alle Konflikte „ausschließlich als Klassenkonflikte und verteidigt deswegen den zutiefst reaktionären Vertreter irgendeiner islamischen Richtung“, kritisierte Nuhr. Das sei nicht nachvollziehbar.

Scharfe Kritik an „DKP-Recken“

Scharfe Kritik übte er am Geschichtsverständnis der Linkspartei. Diese sei „natürlich“ die Nachfolgepartei der SED. „Sie hat das Vermögen geerbt, sie sitzt in den alten Gebäuden, sie ist der Erbe, kann dadurch diese große Öffentlichkeit generieren – und Gregor Gysi hat ein Problem damit, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Das ist doch lächerlich.“

In Nordrein-Westfalen etwa gebe es auch zahlreiche „DKP-Recken“ in der Partei. „Und wenn man die mit der alten kommunistischen Vergangenheit in Verbindung bringt, dann ist das, glaube ich, keine Zumutung.“ Er zitierte dabei auch die Linkspartei-Politikerin Gesine Lötzsch, die gesagt hatte: „Man muß neue Wege des Kommunismus ausprobieren dürfen.“

Kommunismus kostete 100 Millionen Menschen das Leben

Nuhr zeigte dafür allerdings wenig Verständnis. Dies sei „eine Ideologie, die im 20. Jahrhundert schätzungsweise 100 Millionen Menschen das Leben gekostet hat“. Besonders in Nordrhein-Westfalen sei die Linkspartei „ein Haufen chaotischer Linksideologen, die man ruhig in die Ecke rücken kann, wo sie hingehören, nämlich in die Ecke ideologischer Fantasten“.

Nuhr war im Oktober von einem Islamisten angezeigt worden, weil er in seinem Programm Witze über den Koran und den Islam gemacht hatte. Die Klage des Islamfunktionärs Erhat Toka wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft abgeschmettert.

Auch vom Zentralrat der Muslime war Nuhr kritisiert worden. Dieser sei bekannt dafür, in seinem Programm „auch mit antimuslimischen Ressentiments“ zu spielen, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek. „Der Satiriker ist vor allem dazu da, daß er kabarettistisch arbeitet und nicht die Religion auslegt.“ Dennoch habe Nuhr das Recht zu diesen Äußerungen. Für diese müsse sich der Satiriker „selbst verantworten“. (ho)

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