Kaiserslautern

Vorwurf: Imam soll judenfeindliche Haßpredigt gehalten haben

KAISERSLAUTERN. Der Imam des Islamischen Zentrums Kaiserslautern, Said Abu Hafs, hat in einer Predigt behauptet, Juden seien „verliebt in Gold“, „arrogant“ und „versklavten andere Menschen“. Grundlage für die Vorwürfe, über die der Verein Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (Mena-Watch) berichtet, ist ein Video der Predigt, das auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht wurde.

In der auf Arabisch gehaltenen Ansprache habe der Imam außerdem erklärt, Juden glaubten, „daß Gott die anderen Völker als ihre Esel geschaffen habe“. Es sei ihr Ziel, „die Einheit der Muslime zu zerreißen, die Bande der Liebe unter Muslimen zu zerstören und Zwietracht unter ihnen zu säen“.

Kaiserslautersn Oberbürgermeister verurteilt Antisemitismus

Das Islamische Zentrum wies die Vorwürfe auf seiner Internetseite zurück. Hafs sei „immer für Zusammenleben und Verständnis zwischen den Religionen“ gewesen. Die antisemitischen Aussagen in der Predigt seien aus dem Zusammenhang gerissen. „Wir reden hier immer noch über eine Handlung, welche vor 2.000 Jahren passiert ist und in der Bibel niedergeschrieben wurde“, heißt es außerdem in der Erklärung.

Mit „Juden“ sei „im Allgemeinen die Gruppe der Menschen gemeint, welche damals mit Jesus konfrontiert wurden“. Das Video sei ohne Wissen und Erlaubnis der Moscheegemeinde aufgenommen und veröffentlicht worden. Sie habe es aus dem Internet entfernt, damit „keine weiteren unnötigen Auseinandersetzungen zwischen dem Islam und dem Judentum auftauchen“.

Der Oberbürgermeister von Kaiserslautern, Klaus Weichel (SPD), sagte zu dem Vorfall, er verurteile antisemitisches Verhalten „aufs Schärfste“. Die Vorwürfe von Antisemitismus und Hetze gegen das Islamische Zentrum müßten lückenlos aufgeklärt werden. Sollten sie sich bestätigen, halte die Stadtverwaltung sich offen, den Eintrag des Islamischen Zentrums auf der städtischen Internetseite zu entfernen. (idea/tb)

Betende Moslems in Frankfurt (Symbolbild) Foto: picture alliance/Boris Roessler/dpa

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