Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Bearbock Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
DIe Grünen

Linke Volkspädagogen

Die Grünen ruinieren die Wirtschaft und die Finanzen Deutschlands und Europas. Wie fast alle Linken fordern sie immer mehr Abgaben und immer mehr Umverteilung. Das zerstört die ökonomische Autonomie des Einzelnen und besonders der Familien (Prinzip der Subsidiarität). Damit bringen die Grünen die sozialen Spannungen schneller und sicherer zur Explosion als die Habgier der „Reichen“.

Wer den CO2-Ausstoß beklagt, müßte die globalen Lieferketten reduzieren, die regionale Wirtschaft fördern und nicht mehr europäische Unifizierung fordern, sondern weniger: weniger Industrie beziehungsweise Import, mehr Handwerk, mehr Landwirtschaft beziehungsweise Kleingärten (Bodenreform), mehr Selbstversorgung und Umsiedlungsangebote von der Stadt aufs Land und in die sterbenden Dörfer (stattdessen soll die Landflucht fortgesetzt werden).

Die dazu passenden Einwanderer müßten ehrgeizig und fleißig sein, aber das nur nebenbei. Der Architekt Léon Krier hat mit Poundbury das entsprechende städtebauliche Programm entwickelt (vgl. CATO 1/2017): Lebensräume für maximal 10.000 Bewohner, in denen man fast alles zu Fuß erledigen kann. Ja, ungefähr so, wie es früher war, als Städte und Dörfer weitgehend autonome Wirtschaftseinheiten bildeten.

Schweigen im Windradwald

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Das bedeutet vor allem weniger Sozialausgaben, könnte also die Steuern senken; aber natürlich bedeutet es auch mehr harte Arbeit und Wohlstandseinbußen. In großem Stil umgesetzt, würde das massive Konflikte mit den global tätigen Konzernen provozieren, die gerade den Linken gut zu Gesicht stünden; stattdessen Schweigen im Windradwald.

Eine Reduktion von fossilem Energieverbrauch ist ohne Verzicht und mehr körperliche Arbeit nun mal nicht zu haben. Die dazugehörige Schweiß- und Tränenrede hat noch niemand zu halten gewagt; ist ja fürs Wahlergebnis auch nicht förderlich. Dabei könnten doch gerade die nach Reue dürstenden Grünen mit so einem Morgenthau-Plan light endlich Butter bei die Fische geben.

Wer ernsthaft so eine Antwort auf die ökologische Frage geben will, müßte das jedenfalls planen und durchdenken, aber das interessiert die Grünen einen feuchten Kehricht; zu erkennen insbesondere an ihrer antifamiliären Familienpolitik (ihre teuren Pläne gegen „Kinderarmut“), mit der sie die Ökologie des Menschen bekämpfen. Sie sind so links, etatistisch und volkspädagogisch aufgestellt, daß sie gar nicht auf die Idee kommen, daß alles einen Preis hat, den irgendjemand bezahlen muß. Aber für die Grünen kommt ja das Geld aus der Steckdose, und anders als beim Strom ist es ihnen egal, wer es erarbeitet hat. Die Alternative wäre zzum Beispiel Kernkraft aus Atommüll (Rußland) oder das Mini-AKW (Amerika). Man muß sich schon entscheiden …

Schlechtes Gewissen der Wohlstandsgesellschaft

Aber natürlich kommen die Grünen nicht auf die Idee, den Leuten mehr Netto vom Brutto zu lassen und ihnen die notwendige Selbstverantwortung zuzugestehen. Stattdessen ignorieren sie großzügig die materiellen Folgen ihrer maximalmoralischen Forderungen (siehe Strompreise) und vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich. Wenn sie gleichzeitig wie Frau Baerbock die Linkspartei als die Guten und die AfD als die Bösen hinstellen, ist das blanker Hohn. Böse ist für sie derjenige, der die entscheidenden Fragen stellt, wie etwa zur Besteuerung von Flugbenzin:

Welt am Sonntag: Bahn statt Flug verstehen wir. Das Ganze hat doch trotzdem nur den von Ihnen gewünschten Effekt, wenn Flüge nach Mallorca oder Florida so teuer sind, daß sie sich der Durchschnittsverdiener nicht mehr leisten kann.“

Baerbock: „(…) Ich halte es für anmaßend, die soziale Frage gegen den Klimaschutz auszuspielen.“

Die Grünen bilden eine Priesterkaste, die das schlechte Gewissen der Wohlstandsgesellschaft verwaltet und sich dafür verehren und bezahlen läßt. Was ist dieser Handel mit teuren Illusionen, wenn nicht böswillige Ignoranz? Wer wählt sowas?

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Andreas Lombard ist Chefredakteur des Magazins „CATO“. 

Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Bearbock Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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