Nobelpreisträger

Biologe verliert Titel nach Aussagen über Intelligenz von Schwarzen

NEW YORK. Der US-amerikanische Molekularbiologe James Watson hat nach umstrittenen Aussagen zur unterschiedlichen Intelligenz von Schwarzen und Weißen seine akademischen Ehrentitel verloren. Sein früherer Arbeitgeber, das bei New York gelegene Cold Spring Harbor Laboratory, teilte mit, Watsons jüngste Aussagen seien „leichtsinnig“ und „unbegründet“, berichtet die BBC.

Watson hatte Anfang Januar in einem TV-Interview geäußert, die Gene seien verantwortlich für die unterschiedlichen Ergebnisse von Schwarzen und Weißen bei Intelligenztests. Bereits 2007 hatte der Wissenschaftler, der als einer der Pioniere der DNA-Forschung gilt, mit ähnlichen Aussagen für Empörung gesorgt. Damals hatte er der Sunday Times gesagt, er sehe die Zukunft Afrikas sehr pessimistisch. Denn „all unsere Sozialpolitik basiert auf der Annahme, daß ihre Intelligenz dieselbe ist wie unsere obwohl alle Tests sagen, daß dies nicht wirklich so ist“.

Wissenschaftsgemeinschaft ächtet Watson

Damals verlor Watson seinen Posten als Kanzler der Forschungseinrichtung Cold Spring Harbor Laboratory. Er entschuldigte sich schriftlich für seine damalige Äußerung und erhielt seine Ehrentitel und seine Position zurück.

2014 verkaufte der Nobelpreisträger von 1962 seine Preismedaille wegen finanzieller Schwierigkeiten. Diese hätten ihren Ursprung in der Ächtung innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft wegen seiner Aussagen über die Unterschiede der Ethnien gehabt. (ag)

Dem Molekularbiologen James Watson haben seine Ansichten zur Intelligenz der Ethnien seine akademischen Ehrentitel gekostet Foto: picture alliance / AP Photo

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